Wiederherstellungspunkte unter Linux mit Systemback

Letztens fragte mich ein Windows Umsteiger, ob es denn unter Linux etwas ähnliches wie die Wiederherstellungspunkte unter Windows gibt. Er macht zwar regelmäßig Backups von seinem home-Verzeichnis und anderen wichtigen Verzeichnissen und war auch soweit zufrieden, dennoch gefiel ihm diese Funktion aus Windows im Bedarfsfall bei einer fehlerhaften Konfiguration oder zu viel installiertem Müll bei Bedarf einfach zurückspringen zu können. Also habe ich mal kurz recherchiert und bin dann bei dem funktionsreichen Programm Systemback gelandet.

Systemback Oberfläche
Die Installation muss leider über ein PPA von Launchpad erfolgen, da Systemback nicht in den Paketquellen liegt. Wer damit aber kein Problem hat bekommt das Programm über die gewohnten drei Befehle schnell auf den Rechner:

sudo add-apt-repository ppa:nemh/systemback
sudo apt-get update
sudo apt-get install systemback

Zudem muss das Programm mit Root-Rechten gestartet werden, also ein

sudo -H systemback

startet dann schlussendlich die Oberfläche, wie sie im oberen Bild zu sehen ist. Von dort habt ihr natürlich als erstes die Möglichkeit einfach einen Wiederherstellungspunkt zu erstellen über Create new (Leider gibt es aktuell keine deutsche Übersetzung des Programms, aber man findet sich auch so ganz gut zurecht).

Sobald mindestens ein Wiederherstellungspunkt erstellt worden ist (kann ein wenig dauern) sehr ihr auf der linken Seite dann nach Datum geordnet die unterschiedlichen Punkte und könnt dann über die Auswahl eines dieser Punkte direkt über System restore zu diesem Punkt zurückspringen und alle Änderungen bis zum heutigen Datum rückgängig machen. Lief bei mir problemlos im Test, aber man sollte sich natürlich bewusst sein, dass man hier vielleicht auch Einstellungen/Daten verliert, die man noch benötigt, also vorher mal die Daten separat sichern kann nicht schaden.

Doch Wiederherstellungspunkte sind nicht die einzige Funktion, die Systemback zu bieten hat. Eine weitere Funktion ist das Erstellen von Live-Abbildern eures aktuellen Systems, wo ihr dann noch einige Einstellungen tätigen könnt. So ist beispielsweise konfigurierbar, ob ihr auch eure benutzerbezogenen Daten von eurem System mit in das Live-System für euren USB-Stick oder DVD integrieren wollt.

Systemback Livesystem erstellen

Zudem könnt ihr auch ein vollständiges System auf eine andere Festplatte oder Partition kopieren, was durchaus nützlich sein kann bei Tausch von einer Festplatte auf SSD oder ähnlichem.

Systemback: System kopieren

Generell hat mir Systemback gut gefallen, bei meinem Bekannten ist es jetzt eine Weile im Einsatz und er hatte noch keine Beschwerden und erfreut sich seiner Wiederherstellungspunkte (ob man sie wirklich braucht steht auf einem anderen Blatt). Könnt ihr euch bei Bedarf also ruhig einmal ansehen, zumal das ganze auch aktuell weiterentwickelt wird und unter der GPL v3 lizenziert ist.

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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11 Antworten

  1. Martin sagt:

    „So ist beispielsweise konfigurierbar, ob ihr auch eure benutzerbezogenen Daten von eurem System mit in das Live-System für euren USB-Stick oder DVD integrieren wollt.“

    Das klingt doch sehr interessant. Kann man die Daten über das Tool auch gleich verschlüsseln? Wäre recht praktisch um sich einen USB-Stick mit Browser- und Email-Profil zu basteln, damit man auch unterwegs in der gewohnten Umgebung arbeiten kann. 🙂

  2. axt sagt:

    Niemals grafische Programme nur mit sudo starten.

  3. volker sagt:

    Bitte kein sudo in der grafischen Oberfläche und schnell ändern im Blog (Planet Ubuntuusers) sonst gibt es wieder viele Supportanfragen wegen verbogene Rechte im /home

  4. Marcel sagt:

    Hätte die Software ja gerne ausprobiert. Aber ich glaube das ist das erste Tool für Linux, welches sich nicht im AUR befindet :/

  5. Alex sagt:

    Was passiert denn wenn man graphische Programme mit sudo startet? Hab leider nichts passendes dazu gefunden, hat vielleicht jemand einen Link um meine Wissenslücke zu schließen?
    Hab bisher manchmal geschützte Dateien mit sudo nemo gelöscht, hätte ich das nicht tun sollen? Die Dateien waren sicherlich für den Müll.

  6. Hans sagt:

    Ich bin ein Windows-User seit Win95. Jedoch nicht aus Überzeugung. Schon seit Jahren würde ich gerne auf Linux wechseln. Nur ein Win-User tut sich sehr schwer mit den Linux Befehlen. Und bei einem Linux Problem kann man auch nicht schnell mal einen Bekannten fragen.
    Ich habe vor einiger Zeit Linux Mint installiert. Dieses Betriebssystem hat mir sehr gefallen. Ich habe bei Linux kein vergleichbares Programm wie „Mozbackup“ gefunden. Bei einer Neuinstallation von Firefox und Thunderbird-mit 14 E-mail Adressen-ist dieses Programm sehr hilfreich.
    Bei Windows habe ich seit Jahren mit „Arconis True Image“ einen Backup von meiner kompleten C-Partition erstellt. (Auf der C-Partition ist NUR das Betriebssystem) Bei einem Virenbefall, Softwareprobleme oder wenn sich Windows aufhängt, kopierte ich meine Sicherung in 10 – 15 Minuten, mit Hilfe einer Wiederherstellngs-CD, wieder zurück und mein PC ist wieder wie neu.

    Kann ich das mit Systemback auch machen oder welches Programm muss ich dazu verwenden? Danke!

  1. 29. Juni 2015

    […] Source: Wiederherstellungspunkte unter Linux mit Systemback – Softwareperlen […]

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