Über die Hoffnung, dass sich Linux auf dem Desktop durchsetzt, brauchen wir uns denke ich nicht großartig zu unterhalten. Das ist bisher nicht geschehen, darüber wurde auch schon genug diskutiert (siehe hier). Es wurde auch schon über einen spürbaren Anstieg um 40% berichtet (Netmarketshare). Inzwischen hatte sich das aber auch wieder nach unten bewegt, wie Valentin bei picomol festgestellt hat.
Dennoch glaubt man bei Ubuntu weiterhin auch an den Erfolg auf dem Desktop, obwohl man ja auch mit Ubuntu für Android durchaus interessante Projekte zur weiteren Verbreitung verfolgt.
Derzeit findet die Ubuntu 12.10 Developer Summit in Oakland statt und Chris Kenyon, unter anderem verantwortlich für die Verhandlungen mit PC-Herstellern die Ubuntu direkt vorinstallieren, hat dort ein paar interessante Fakten zu aktuellen Zahlen der Installationen und Auslieferungen von PCs mit Original Ubuntu-Installationen bekannt gegeben.
- So sind im Jahr 2010 zwischen 8-10 Millionen Rechner mit Ubuntu ausgeliefert worden
- Für 2012 erwartet Canonical ca. 18 Millionen verkaufte Rechner mit Ubuntu, was rund 5% aller verkauften PC-Systeme weltweit ausmachen würde
- Wachstumsmarkt sind insbesondere ärmere Regionen und größter Wachstumstreiber sei China, wo man in Peking eine erste Zweigstelle errichten will
Insgesamt kann man wohl leicht optimistisch sein, dass die Zahlen nicht zu sehr geschönt sind, hat Ubuntu zumindest ohne Lizenzkosten und guter Benutzerfreundlichkeit Chancen in diesen Märkten.
Zudem verlagert sich die Arbeit zunehmend ins Netz, man denke an Betriebssysteme, die nur noch einen Browser haben, wie Chrome OS oder das auf Ubuntu basierende Joli OS.
So werden Hauptargumente für Spezialprogramme für die normalen Endanwender geringer und erfüllen für viele die gleichen Anforderungen, wie sie auch Windows bietet.
Dell ist da noch der vorzeigbarste Kandidat, macht aktuell gerade Werbung für das Projekt Sputnik, bei dem das Ultrabook von Dell mit Ubuntu 12.04 ausgeliefert wird.
Für Europa und die USA sehe ich allerdings diesen Trend eher weniger, findet man hierzulande eigentlich fast immer ausgelieferte Windows-Installationen. Wie immer bei solchen Prognosen gilt es allerdings eh erst einmal abzuwarten, ob es denn tatsächlich eintritt.
(via)
