Ubuntu ändert sein Entwicklungsmodell: Neuerungen bleiben bis zur offiziellen Ankündigung geheim

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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24 Antworten

  1. k1l sagt:

    Also ich finde das nicht verwunderlich.

    1. zeigt das Amazon-Lense Theater wieviel Shitstorm nicht fertige Features in Development Stages aulösen. Um nicht zu sagen, dass der FUD von Neidern gerne noch weitergetragen wird.

    2. Ist das Entwicklungsmodell gerade auf dem Mobilen und TV Sektor, wo Ubuntu nun bis zur 14.04 LTS auch hin soll, gang und Gäbe.

    Trotzdem sagt Mark auch, dass Ubuntu gerade gegenüber Fedora/Redhat z.b. deutlich offener ist, da Ubuntu von Anfang an jedem Upload-Rights gegeben hat um am Projekt beizutragen und nicht nur den eigenen Mitarbeitern. Daran ändert sich auch weiterhin nichts.

    Es wird nur gewisse Projekte oder Addons/Plugins geben, die erstmal in kleineren Gruppen entwickelt werden sollen. Ich seh hier auch wieder einen Shitstorm losrollen, aber mal ehrlich: Wen betrifft das?
    Die „Hater“ die den Shitstorm provozieren und nichtmal Ubuntu nutzen?
    Die normalen User die eh nur die fertigen Produkte/Projekte nutzen?
    Die Lizenzen sollen auch nicht anders als sonst gehandhabt werden.

    Langsam glaube ich eher, dass der Neid gegenüber Ubuntu mit ihrem Erfolg und Nutzerzahlen der Ausschlag für die überzogene Kritik ist.

    • Marcus sagt:

      @k1l ich gehe davon aus, dass du selbst nicht aktiv zu einer Open Source Community beiträgst?

      Falls doch, wäre dir schnell klar, dass dies den Tod für ein Community Projekt bedeutet.

      Fedora mag in der Zeit wo es von Red Hat zu einem Open Source Projekt transformiert worden ist, noch nicht vollständig offen gewesen sein, es ist heute allerdings eines der vorbildlichsten offenen Projekte die ich kenne. Du kannst in allen Bereichen teilnehmen, auch in Kernbereichen. Aber auch bei Aspekten wie dem Artwork oder dem Releasenamen kann bei Fedora teilgenommen werden.

      Als reinen User, da hast du recht, betrifft dich diese Entwicklung wohl eher wenig. Aus meiner Sicht macht es dann aber auch keinen grossen Unterschied mehr ob du Apple oder Ubunt nutzt, denn dort läuft es ganz ähnlich.

      Aus der Debatte um die Shopping Lense habe ich mich weitgehend herausgehalten, ich kann dir nur soviel sagen: hätte es diese Diskussion nicht gegeben, wäre es heute sicher nicht möglich die Funktion mit einem einfachne Klick abzustellen.

      Diskussionen muss man sich stellen können und lernen damit umzugehen. Das musste übrigens das GNOME Projekt auch, das sich in der Anfangsphase sehr viel Kritik für GNOME 3 anhören musste. Das Projekt (das übrigens Community basierend ist) hat sich aber gemeinschaftlich für diesen Weg entschieden und der Kritik standgehalten.

      • Nada sagt:

        Wie Marcus sehe ich es auch. Falls es alles so kommen sollte, werde ich mich von ubuntu verabschieden. Mir graust schon ein bisschen davor, aber dann muss halt Debian her. Oder Distributionen die ich schon ganz vergessen habe (OpenSuSE,…)

      • GNOME Knecht sagt:

        So ganz stimmt das ja nicht was Du sagst, Marcus. Denn er schrieb ja das es ein vertrauenswürdiger Teil (die nicht alles nach außen posaunen) sein soll der einbezogen bzw vorab testen, mit entwickeln kann und soll. Das ist durchaus auch bei anderen Projekten so, auch bei Fedora. Immerhin steht hinter Fedora RedHat als Mäzen die bestimmen mit wo es hin geht. Solange die von der Community gesteckten Ziele sich mit denen von RedHat decken, wird das auch abgenickt. Das muss aber nicht immer so sein.

        Generell finde ich das auch OK, solange es dabei bleibt das es einige wenige Anwendungen betreffen soll (die ggf in direkter Konkurrenz zu den Monopolisten stehen werden). Und ein Vergleich zu Apple den Du -Marcus- hier her nimmst, ist quatsch. Immerhin gibt es Ubuntu kostenlos, ist frei für alle und jeden, dabei mit machen kann auch jeder wie er/sie will. 😉

        Persönlich denke ich, das wir das dieser Amazon-Linsen Diskussion verdanken, wo ich meine das dies teils zu unrecht gegen Canonical ging. Das dumme ist nur, das viele die da mächtig auf Canonical und teils M.S. persönlich drauf hauten, nicht mal Ubuntu benutzen. Finde ich schade, denn es zeigt das hier das Argument der offene Projekte als Vorwand für eine Neid Debatte her halten soll.

        • Marcus sagt:

          Bei Fedora kann eigentlich jede Entscheidung vom gewählten Board beeinflusst werden. Natürlich hat eine Firma die viele Entwickler abstellt auch die Möglichkeit grösseren Einfluss auf ein Projekt zu nehmen.

          Der Vergleich mit Apple bezog sich nicht auf den Preis sondern auf das Entwicklungsmodell, und das ist recht ähnlich.

          Den Ansatz mit der Closed-Community die berechtigt ist an der Entwicklung teilzunehmen finde ich grundsätzlich schlecht, solgange nicht klar definiert wird, welche Kriterien man erfüllen muss und dazuzugehören.

          • dakira sagt:

            Sorry, aber ihr habt alle nicht gelesen und verstanden, worum es geht. In den posts von MS geht es um *mehr* Offenheit und nicht um weniger. Die Community soll bei neuen Features schon in der Konzeptphase einbezogen werden und nicht erst wenn es den ersten Code zu sehen gibt.

  2. sgo sagt:

    Schwachsinn was hier im Beitrag geschrieben wird. Es wird nicht weniger offenheit geben, sondern mehr. Wer des Englischen mächtig ist, ist hier klar im Vorteil…

    Mark meint nicht, dass jetzt auf einmal an mehr Projekten „im Geheimen“ gearbeitet werden soll, sondern dass im Gegenteil bei solchen Projekten schon von Anfang an (zugegebenermaßen) ausgewählte Personen aus der Community mitentwickeln dürfen, um eben ein Debakel wie die Amazon-Lense zu vermeiden. Wären nämlich von Anfang an anständige Community Mitglieder bei deren Entwicklung dabei gewesen, hätten diese die Jungs bei Canonical in einem garantiert anderem Ton als die ganze sensationsgeile „Presse“ auf die Probleme, die sie mit dem Programm sehen, hingewiesen und geholfen sie zu beheben.

    Um es mal den Begriffsstutzigen unter euch an einem Beispiel zu erklären:
    Die Amazon Lens kam ja ohne, dass es jemand geahnt hatte, noch nach Feature Freeze zu 12.10 hinzu. Mit Marks jetziger herangehensweise, hätten einige Entwickler der Community diese schon vor deren Veröffentlichung ein Mitspracherecht an deren Entwicklung gehabt, und hätten höchstwahrscheinlich die meisten Punkte, die bemängelt wurden, gleich als Bugs gemeldet und Verbesserungsvorschläge (ein wichtiger Punkt, die meisten rufen ja immer nur „So’n scheiß!!! Wenn das so weiter geht schau‘ ich mich nach ner anderen Distro um!!!!!111eins [Was ihr übrigens gern tun dürft, oder ihr könnt natürlich auch eins der vielen Ubuntu-Derivate nutzen, obwohl mir lieber wäre ihr würdet die Community einfach verlassen und wieder Windows nutzen – besser für uns alle])
    Also, um’s kurz zu machen: Uns wäre der gesamte FUD erspart geblieben, und den Leuten bei Canonical ein paar graue Haare für den ganzen Mist den sie sich anhören mussten, um euch ein KOSTENLOSES Produkt anzubieten.

    Schönes Wochenende.

    • storminator sagt:

      Man kann seine Meinung auch mit weniger Emotionen zusammenfassen. Einfach ruhig durchatmen und dann kannst du deine sachlichen Argumenten sicher auch besser rüber bringen 😉

      • dakira sagt:

        Ich finde den Ton auch nicht so dolle, aber so wie dein Artikel jetzt da steht, entspricht er nicht der Wahrheit. Punkt.

        • storminator sagt:

          Und wo genau bitte entspricht er nicht der Wahrheit?

          • dakira sagt:

            Zum Beispiel im Titel. Da stimmt kein einziges Wort. Ubuntu änder nicht sein Entwicklungsmodell. Wenn dann würde vlt. Canonical das Entwicklungsmodell von Ubuntu verändern, aber auch das ist falsch und so nirgends zu lesen. Der Satz danach ist eine aussagenlogische Tautologie. Natürlich sind Dinge geheim, bis angekündigt werden. Meine Programme sind auch alle geheim, bis ich Leuten davon erzähle.

            Du solltest vielleicht echt die Blogbeiträge von MS noch mal lesen. Canonical ändert nichts am Entwicklungsmodell von Ubuntu. Man zeigt grundsätzlich Code erst, wenn es was zu sehen gibt. Das war nie anders und das habe ich auch noch bei KEINEM OSS Projekt anders gesehen. Auch z.B. beim Elementary Desktop Projekt gibt es immer erst Code, wenn es überhaupt was kompilierbares gibt. Und auch dann gibt es meist erst Screenshots. Bei Gnome ist das nicht anders.

            Was sie jetzt ändern wollen, ist schon vorher die Community einzubeziehen, um Debakel wie mit der Shopping-Lens in Zukunft zu verhindern. Wer Interesse (und Knowhow) hat, kann sich nun schon in der Konzeptphase einklinken.

            Was in deinem zweiten Absatz steht ist eine blosse Behauptung und widerspricht diametral dem, was in beiden Blogbeiträgen von Shuttleworth zu lesen ist und in der Community stattfindet.

            Auch der vierte Absatz sind reine Spekulationen von dir, die nicht der Realität entsprechen, die aktive Community-Mitglieder erleben. Auf den Mailinglisten wird alles offen diskutiert. Auf den summits ohnehin. Usw..

            Ohne dir zu nahe treten zu wollen, habe ich den Eindruck, dass da eine Sprachbarriere ist. Beim zweiten Artikel gibt es gar nichts zu interpretieren. Den hast du entweder nicht richtig gelesen, oder nicht verstanden, wenn du die „Einschätzung“ nicht teilen kannst, dass man mehr Offenheit gewinnt, wenn man (im Gegensatz zu fast allen anderen opensourceprojekten) schon Menschen ausserhalb der Entwicklerteams einbezieht.

            Ich hoffe ich komme hier jetzt nicht zu böse rüber. Aber was du schreibst entspricht nicht der Realität.

          • storminator sagt:

            Das ist zumindest eine begründete Kritik mit der ich gut leben kann, die im übrigen nicht böse rüberkommt. Auch wenn ich Teile anders sehe (z.B. ob es mehr Offenheit mit der Form bringt, halte ich für Auslegungssache und zum zweiten Absatz stehe ich da es meine persönliche Einschätzung ist) hast du nach überlegen in ein paar Punkten sicher recht.

            Daher danke auch für die Kritik.

          • simsal sagt:

            @dakira („Bei Gnome ist das nicht anders.“)

            Zumindest bei Gnome weiß ich, dass es anders ist (da ich dort selbst schon beigetragen habe), nämlich dass dort nichts hinter verschlossenen Türen implementiert wird. Dort kommt Patch für Patch erst in den Bugtracker und wird gereviewed, bevor er applied wird. Und wenn dort größere Umbauten anstehen, legen die Entwickler einen öffentlichen Feature-Branch im Git-Repository an.

            Größere Code-Dumps, die nicht in Kollaboration entstanden sind, werden in den wenigsten Projekten akzeptiert.

    • Marcus sagt:

      Du weisst schon, das dieses KOSTENLOSE Produkt (ja das ist wohl bei Ubuntu das richtige Wort) zu einem grossen Teil von Freiwilligen (unbezahlten) Communitymitgliedern entwickelt wird? Und diesen insgesamt ein Mitspracherecht einzuräumen, finde ich grundsätzlich gut.

  3. cronetvip sagt:

    @marcus
    das ist nicht richtig.
    canonical entwickelt ubuntu, canonical nimmt sich einfach die pakete aus debian testing/unstable und passt sie an.
    da debian community basierend ist, stimmt nur ein kleiner teil deiner aussage.

    • Marcus sagt:

      @cronetvip Auch wenn die Arbeit zu einem grossen Teil bei Debian gemacht wird, stimmt meine Kernaussage. Viele Debian Developer sind zugleich auch im Ubuntu Projekt aktiv. Aber auch Mitglieder der Ubuntu Communtiy die nicht im Packaging/Distrobau aktiv sind, sondern sich z.B. in LoCos aktiv für die Distribution einsetzen, sollten ein Mitspracherecht haben. Der Membership Status ist eigentlich ein guter Indikator. Wer Member ist, soll auch aktiv an Entscheidungen die die Distribution betreffen mitwirken können.

  4. Catweazle sagt:

    Schade, ich hatte micht echt schon auf eine „One more thing!“ Show gefreut. Bis Linux sich endlich aufgerafft hat und auf dem Desktop-PC die Massen erreicht, wird es selbigen in seiner heutigen Form sicher nicht mehr geben.

  5. Kelhim sagt:

    „In einem nachgeschobenen Beitrag von heute reagierte Shuttleworth recht erbost, dass man Ubuntu nun vorwerfe weniger offen zu sein, sondern dass man stattdessen mehr Offenheit gewinnt. Diese Einschätzung kann ich allerdings nicht teilen.“

    So, warum denn nicht? Es wäre doch interessant, den nachgeschobenen Beitrag auch zu lesen und auf seine Argumente einzugehen, statt sie einfach mit einer Hand wegzuwischen.

    Wenn man von vorneherein nicht offen für Gegenargumente ist, kann man ene andere Meinung natürlich auch nicht teilen.

    • storminator sagt:

      Habe ich nicht geschrieben, dass ich die Entscheidung für legitim halte? Wieso sollte ich verschlossen für Gegenargumente sein?

      Nachdem ich letztens mit einigen Mitgliedern aus der deutschen Community (u.a. ehemaliger Vorsitzender Ubuntu Deutschland e.V.) geredet habe, ist der Umgang mit der Community seitens Canonical nach und nach verschlechtert worden.
      Man kann so argumentieren, wie Shuttleworth das tut, aber eine andere Meinung das man mit dem Konzept der wenigen Mitglieder, die vertrauenswürdig sind, nicht mehr Offenheit erlangt, wirst du mir noch zugestehen, oder?

      • Kelhim sagt:

        Man kann nicht nur eine Meinung haben, man kann sie auch begründen. Ich halte es für eine nur oberflächliche Offenheit, den Schritt einerseits legitim zu nennen, andererseits damit zu schließen, dass man trotzdem anderer Meinung ist. Warum Ubuntu nun deiner Meinung nach weniger offen sei als zuvor, erschließt sich mir nicht, kann sich mir auch nicht erschließen, weil du so tust, als sei die Entwicklung und Zielsetzung bisher offen für alle gewesen und nun empfindlich beschnitten worden, und dabei inhaltlich nicht auf die sogar verlinkte Gegendarstellung eingehst.

        Es ist dein Blog, schreib, was du willst, ich will dich nicht erziehen. Ich hätte mir nur etwas mehr Auseinandersetzung und weniger Bauchgefühl gewünscht.

  6. k1l sagt:

    im Thread auf ubuntuusers.de wurde dieser Blogeintrag genannt: http://ftbeowulf.wordpress.com/2012/10/20/ubuntus-raring-ruckus-much-ado-about-nothing/ ich finde er fasst das nochmal ganz gut zusammen.

    Ich finde es auch schade, dass der Volkssport „Gegen-Ubuntu zu sein“ solche Dimensionen annimmt. Denn die „Kritiker“ schaden damit nicht nur Ubuntu sondern auch der ganzen Linux-Gemeinde.
    Kritik müssen sich aber dafür auch die Blogger gefallen lassen. Hier wird zu oft Tatsache und eigener Meinung / Hörensagen vermischt.

  7. Matthias sagt:

    Da Ubuntu eine Einsteigerdistribution ist, will der durchschnittliche Benutzer womöglich überhaupt nicht an der Entwicklung teilhaben, sondern einfach nur ein fertiges Produkt vorgesetzt bekommen mit dem er arbeiten kann.

  1. 19. Oktober 2012

    […] Ubuntu einmal ausprobieren wollen. Und zum Schluss: Ubuntu ändert sein Entwicklungsmodell und Patrick hat etwas darüber geschrieben. Wer jetzt am Wochenende Zeit hat, der kann ja mal die virtuelle Maschine anwerfen oder Wubi […]

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