Kommentar: Ubuntu treibt Kommerzialisierung voran und erntet weltweite Kritik

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge. Meine Beiträge beim Technikblog Stadt-Bremerhaven könnt ihr verfolgen auf Caschys Blog und bei Google+.

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26 Responses

  1. unity-lens-shopping macht im wesentlichen das gleiche wie der schon seit Oneiric stndardmäßig installierte unity-scope-musicstores, nur halt nicht mit Musik. Warum ist das jetzt plötzlich ein Problem?

  2. Jürgen sagt:

    Natürlich wollen die Geld verdienen – und das dürfen sie auch. Prinzipiell habe ich auch nichts dagegen, man muss nur aufpassen, dass es nicht überhand nimmt. Bei der Suche (und es wird lokal nichts gefunden) Amazon-Angebote einzublenden halte ich für legitim. Schlimm wird es, wenn sie anfangen würden, gleich beim Startbildschirm ein fettes Popup mit Werbung zu zeigen. Alles in Maßen – dann finde ich das schon in Ordnung.

    Wem es nicht passt – er hat gefühlte 1000 Distributionen, auf die er wechseln kann – auch mit Ubuntu Basis.

  3. Jürgen sagt:

    Ach, was ich vergessen habe: Mich stört die Werbung weniger, als dass Canonical einen für dumm verkaufen möchte. Sollen sie halt ehrlich sagen, dass es um die Kohle geht und nicht dass Um-den-heißen-Brei-Getratsche: “Es ist ein Mehrwert für den Anwender” – “es ist zu Eurem Besten”

    Ich fühle mich eher durch solche Dummschwätzer-Aktionen auf den Schlipps getreten als wenn die sagen würden: Die Werbung springt Euch nicht ins Gesicht, aber sollte jemand ein Angebot interessant finden, haben wir auch was davon – echt kein Problem damit.

    • Max sagt:

      Genau das ist auch meine Meinung, einfach mehr Transparenz zeigen und den Menschen erklären was gemacht wird, dann passt das schon.

      Alternative gibt es doch immer noch genug, wer damit nicht leben kann.

  4. storminator sagt:

    Stimme ich dir vollkommen zu Jürgen! Die Kommunikationspolitik ist stark verbesserungswürdig, inzwischen hat sich Jono Bacon zu Wort gemeldet, der weit unten mal klarer Stellung zum Geld verdienen bezieht:
    http://www.jonobacon.org/2012/09/23/on-the-recent-dash-improvements/

  5. Christian sagt:

    Der Kommentar kann doch nicht wirklich ernst gemeint sein.
    Linux stand und steht für mich für eine völlig Unabhängigkeit von irgendwelchen Firmen oder Werbungen. Das Pfund, das ich in Waagschale geworfen habe, andere zur Nutzung der freien Software zu animieren war die Unabhängigkeit von den Machern der Welt. Nun wird ausgerechnet von der Linuxgemeinde in das gleiche Horn gestoßen? Kaum, dass ein System mal einigermaßen vertretbar Nutzbar ist, kommt der kommerzielle Gedanke ins Spiel oder ist es das einvernehmliche Haschen nach Aufmerksamkeit in der Bloggerwelt?
    Vielleicht gehöre ich noch einer Generation an, der es einfach unverständlich ist, meine Aktivitäten ganz persönlicher Art, – auch wenn sie angeblich vorgefiltert werden – mit irgendjemanden teilen zu wollen. Ich verweiger Twitter, Facebook und Konsorten aus gutem Grund. Ebenso habe ich mich zu Linux – Ubuntu – entschlossen, weil meine Daten auch meine Daten sein sollen. Nun kommt ein Schritt nach dem Anderen, mit dem alles wieder aufgeweicht werden soll.
    Die Erfahrung über die Jahre zeigt überdeutlich, wenn Daten da sind, werden die auch genutzt. Mit oder ohne Einverständnis.
    Nein, dies ist schon der letzte Grund, meine Empfehlungen in Richtung Ubuntu für alle Bekannte und Freunde zu revidieren.
    (Gleich nach Unity und den sonstigen Bevormundungen)
    Es hat hier nichts mehr mit einer OpenSource Software zu tun, wie ich es verstehe. Hier wird Diktatorisch was vorgesetzt. Ich hoffe inständig, dass die frustrierten Programmierer, die ewig das System zum Laufen brachten, sich nicht gänzlich abwenden sondern in den verbleibenden Distris sich wiederfinden, in den nicht ein Einzelner seine Marktstellung und Macht auspielen will.

    Und von deiner Meinung bin ich ehrlich gesagt erschüttert. Dann kann man doch gleich Windows nutzen und sich dem Diktat der Datenkraken beugen.

    • Christoph sagt:

      Hallo Christian

      “Linux stand und steht für mich für eine völlig Unabhängigkeit von irgendwelchen Firmen oder Werbungen.”

      Das gilt für Linux, aber nicht für Ubuntu. Ubuntu ist vom Start weg abhängig von Canonical. Ist ja auch logisch, Ubuntu ist das von Canonical entwickelte und vertriebene System.

      “Kaum, dass ein System mal einigermaßen vertretbar Nutzbar ist, kommt der kommerzielle Gedanke ins Spiel”

      Der Gedanke war von Beginn an da. Canonical ist ein Unternehmen, dass über kurz oder lang Gewinne abwerfen soll.

      Grüße
      Christoph

    • storminator sagt:

      Ich bin froh über deine konträre Meinung. Allerdings meine ich ich den Blogbeitrag genauso, wie ich ihn geschrieben habe.
      Eine Open-Source Software ist es weiterhin. Man kann den Quellcode (habe ich ja im Beitrag verlinkt und gezeigt) einsehen und wie auch erwähnt komplett entfernen.

      Wenn du von Ubuntu enttäuscht bist und es nicht weiterempfehlen willst, dann ist es dein gutes und völlig legitimes Recht. Du kannst auf eine Ubuntu basierte Distribution wechseln, auf andere Desktopumgebungen, du hast die komplette Freiheit.

      Ich finde die Änderungen legitim, die Kommunikation und die Umsetzung ist verbesserungswürdig, aber ich halte den Grundgedanken für notwendig.

    • Marco sagt:

      Open-Source bedeutet aus meiner Sicht nicht unkommerziell. Gerade der Linux-Kernel ist das beste Beispiel. Die Top-Committer arbeiten alle hauptberuflich am Kernel. Und das machen sie, weil Firmen Geld mit Linux verdienen – aus keinem anderen Grund.

      Open-Source bedeutet nur: man kann den Quellcode einsehen und damit machen was man will – im idealfall, muss man ihn wieder teilen.

  6. Pinguin im Tank sagt:

    Ich weiß gar nicht wo das Problem ist, einfach deinstallieren diesen Kram und gut. So mach ich das schon immer, da fliegen Dienste runter die ich nicht will und nutze. Oder einfach einen anderen Desktop wo dieser Kram nicht dabei ist, sollte doch einfach zu regeln gehen, die Auswahl ist doch zahlreich vorhanden. Das “Canonical” damit versucht Geld zu verdienen verstehe ich durchaus, das ist auch legitim. Denn die (Cannonical) Bezahl(t)en bisher (und hoffentlich künftig) auch alles was mit Ubuntu + Kosten irgendwie zu tun hat. Seid froh das es das mit Ubuntu so gibt. Schaut bei anderen Projekten wie openSUSE, Mageia usw rein, da kann man sehen wie es läuft wenn man zwar “frei von Kommerz und offen für jeden” versucht zu sein, aber dafür dauernd das Schwert des Untergangs über einem schwebt. Entweder weil das Geld für anfallende Kosten oder die User/Entwickler/Paketbetreuuer für eine funktionierende Community die eine Distribution auf die Beine stellen sollen fehlen oder beides zusammen. Die Zeiten sind vorbei wo “frei und unabhängig” Gesetzt von freier und quell offener Software war. Wenn es die je gab, sieht man bei vielen Projekten wo es hinführt. So traurig es ist, der schnöde Mammon ist nun mal nötig. Man ist dem Markt genauso unterworfen wie alle anderen auch. Will man Fuß fassen und den Desktop neben Apple und M$ irgendwie platzieren, geht es ohne Kohle eben nicht. Und ein dauerndes Nischendasein will man mit Ubuntu verständlicherweise nicht, da gibt es schon genug die diesen “Part” übernehmen. Solange man Ubuntu kostenlos nutzen und weitergeben kann, ist man weit weg von Windows und Apple. Daran wird sich auch nichts ändern, und wenn doch wird die Community dem Mäzen schon die Richtung geben, dessen bin ich mir sicher.

  7. volRot sagt:

    Hallo,

    nur eine Bemerkung möchte ich hier schreiben.
    Alle Reden von Privatsphäre nur interessiert das die Mehrheit garnicht man schaue mal in den sogenannten SozialeNetzwerk, brauchts Du info zu einer Person dann schaue auf Facebook und Co.

    Wenn sich hier also jemand beklagt das er keine Privatsphäre hat, sorry der Indianer sagt:Weiser Mann spricht mit gespaltener Zunge. Nur meine Meinung.
    Gruß

  8. Klaus sagt:

    Also ich die Suchfunktion in Ordnung, allerdings sollte der Anwender bei der Installation gefragt werden, ob er diese Dienste nutzen möchte. Ungefragte ‘Zustellung’ von Werbung ist eine Frechheit, unbemerktes Senden von Suchanfragen ins Internet absoluter Humbug.
    Da meine derzeit etwa 300 Kunden überwiegend ohnehin nicht Unity verwenden ist mir das Ganze aber relativ gleichgültig, solange es Alternativen gibt.

  9. kar sagt:

    Hallo,

    habe schon diverse Blogbeiträge zu diesem Thema gelesen, aber im Nachhinein hatte ich immer das Gefühl, dass die Schreiberlinge einfach nur weiterhin in ihrer kleinen und begrenzten Welt leben wollen und nicht bereit sind, mal über den Tellerrand zu schauen.

    Aber dein Blogbeitrag hier könnte auch aus meiner Feder stammen und entspricht auch meiner Sichtweise. OpenSource bedeutet ja nicht kostenlos und ohne Werbung, sondern es bedeutet “lediglich”, dass jeder den Quellcode verwenden kann wie er es beliebt solange er/sie sich an die Lizenzen hält.

    Canonical macht hier aber dennoch einen sehr radikalen Schritt, aber prinzipiell finde ich es nicht verkehrt auch wenn die Umsetzung noch nicht 100%ig durchdacht zu sein scheint, denn es darf wirklich nicht sein, dass man bei einer Offline-Suche suchspezifische Werbung erhält. Aber ich denke, dass Canonical genau weiß, was sie da der Community zumuten und ich denke, dass das nicht ohne Hintergedanken auf diese radikale Art und Weise geschieht. Sie wollen die Community “abchecken”, wie weit sie gehen können.

    Letztlich will ich noch anmerken, dass ich kein Problem mit Werbung an sich habe, aber es muss eine klare Grenze zwischen lokalen Aktivitäten bzw. Offline-Arbeiten und Internet geben. Es dürfen keine Offline-Daten ins Internet geschickt werden. Wenn Canonical das beherzigt, dann denke ich, dass auch die alteingesessene Nutzerschaft zufrieden gestellt ist.

    Zudem will ich noch erwähnen, das ich selber auch kein Problem damit habe für Software Geld auszugeben. Ich werde mir angucken, in welche Richtung sich Canonical entwickelt und wie sie aus Ubuntu Geld “generieren” wollen und werde dann entsprechend handeln. Prinzipiell finde ich aber Unity sehr gut und sie gefällt mir mit jeder neuenj Version auch immer besser. Außerdem finde ich, dass Canonical mit Unity die richtige Richtung eingeschlagen hat. Hingegen kann ich mich mit der Gnome-Shell ganz und gar nicht anfreunden.

    • storminator sagt:

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Bin ich zumindest nicht ganz alleine mit meiner Meinung, auch wenn man durchaus weiterhin den Prozess hinter Ubuntu kritisch betrachten sollte.

      Mir gefällt ebenso Unity besser als die Gnome-Shell, aber wie so vieles ist das auch Geschmackssache und zum Glück kann ja jeder Ubuntu als Basis nutzen und sich darauf installieren, was er möchte.

  10. k1l sagt:

    Hallo,

    erstmal Danke für deinen Blogeintrag. Gut das es noch Blogger gibt, die nicht sofort auf den “WIR WERDEN ALLE STÖÖÖÖRBEN!”-Zug aufspringen.
    Oftmals werden bei Themen wie diesem Emotionen und Verschwörungen hochgekocht, meist aus reinem Unwissen.

    Mir kommt es so vor als wenn ein Hauptteil der Empörung eher aus der Tradition “gegen Unity zu sein” und einer falschen Auffassung von Open-Source kommt.
    Die wirklichen technischen Bedenken z.B. keine SSL Verschlüsselung werden da kaum genannt.

    Das Märchen des Millionärs, der uns ein Leben lang ein Linux bezahlt wird leider kein Happy-End haben. Das sollte man sich mal klar machen, bevor man dadrüber urteilt ob eine Linux-Distribution nach Einnahmequellen sucht. Man könnte es auch eher so sehen, dass man bei einem Amazon-Kauf diese Möglichkeit nutzt um Ubuntu damit zu unterstützen! Bei Rhythmbox war diese Möglichkeit als Sehr Gut benotet, aber Ubuntu steht das nicht zu?

    Technisch ist das noch nicht ausgereift (SSL, Deinstalltion vs Abstellen, Opt-in vs Opt-out) und ich selbst werde sie auch sicher erstmal abstellen. Aber ich bin gespannt wie sich die Dash entwickelt.

  11. jacky77 sagt:

    Danke für diesen guten Kommentar!! Ich denke ebenfalls, dass es in naher Zukunft um den Fortbestand des Linux-Desktop an sich gehen könnte und wir (Linux-Benutzer) ein starkes Ubuntu/Canonical benötigen.

  12. Mike sagt:

    Hallo Liebe Leute …

    also ich finde es grauenhaft, das jede *Spyware* heute als Fortschritt hoch gelobt wird! Mir geht das Ganze schon lange zu weit. Ich als beruflicher Win-Admin überlege seit längerem, im privatem Umfeld, auf Linux zu wechseln, da ich mit der ganzen Loggerei und User-Profilisierung/Auswertung einfach nicht einverstanden sein kann.
    Und jetzt diese *Hiobs-Botschaft* …

    Wann werden die Leute endlich wach und begreifen das div. Online-Plattformen auf keinem Falle ihnen dienen, sondern einzig und alleine den Zweck haben, möglichst viel über den Einzelnen zu erfahren, um damit Geld zu verdienen …

    Linux sollte weiterhin mit Sicherheit und Privatsphäre punkten aber nicht mit solchen Sachen!
    Wenn ich ein buch kaufen will, finde ich selbst zu Amazon und co. …

  13. Unixa sagt:

    Es ist eben nur die Frage, will man weiter das Linux ein Bastel-Opjekt für esoterische Bash – Kundige bleibt, für die C & C++ wie Kaffee ist ?

    Oder will man Lunux einer Weltweiten Gemeinde öffnen, die keiner Programmiersprache mächtig ist?
    Will man weiter, moderne USB oder sonst. Karten, mit notdürftig zurechtgebastelnen GNU Treibern betreiben? Mr. Debian, Herr Murdock schreibt auf seiner Webseite: ” Wenn schon ein propitärer Treiber installiert wird , ist das System schon verdorben.

    Je populärer und verbreiteter Linux wird, um so mher Harware wird mit org. Linux Treibern angeboten und geliefert. Die Münze hat eben 2 Seiten.
    Daher sehe ich dass ganze recht gelassen.

  14. tuxlike sagt:

    Gerade für Anfänger ist Linux Mint (Mate) eine gute Alternative.
    Ich benutze als ganz sicher nicht Anfänger ein stark angepasstes Mint.

    Bis auf die Debian-Version basiert es übrigens auf Ubuntu, ist aber ohne Werbung.

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