Meta - Editor

E-Books erstellen mit Sigil

Nachdem E-Book Reader so langsam unter der Preis von 100 Euro gefallen sind, kommen diese so langsam auch nach und nach in immer mehr Haushalte und der eine oder andere wird sich sicher vielleicht schon mal überlegt haben, ob er sich ein solches Gerät zulegt. Diese Geräte haben aber in aller Regel ihre größten Vorteile, wenn sie ein für sie explizit angepasstes Dokumentenformat nutzen, was derzeit entweder epub als offener Standard oder .mobi, was der Standard auf den Kindle Geräten ist.

Möchte man nun ein E-Book selber produzieren ist es ratsam nicht unbedingt das PDF-Format zu nutzen, welches zwar i.d.R. von allen Readern unterstützt wird, aber deutlich weniger Komfortfunktionen für diese Geräte besitzt. So hat EPUB folgende wesentlichen Vorteile:

  • Textfluss passt sich der Bildschirmgröße an
  • Lesezeichen
  • Volltextsuche
  • Formatierungen mittels CSS möglich

Um diese Vorteile zu nutzen, muss man nun einen Weg finden EPUB-Dateien zu erstellen. Der professionelle Weg führt sicherlich über den Weg die EPUB_Dateien selber zu schreiben. Da EPUB fast ausschließlich aus XML (Metadaten) und XHTML-Dateien (Inhalt) bestehen und dies gut dokumentiert ist, wird dies für den erfahrenen Leser kein Problem sein. Wer sich mit  dem Aufbau solcher EPUB-Dateien ganz konkret auseinandersetzen möchte, der sei an dieser Stelle auf eine sehr gute Dokumentation von IBM hingewiesen, die dies Schritt für Schritt in englicher Sprache erklärt.

Den Prozess wesentlich vereinfachen kann man mit der freien Software Sigil, welches vor wenigen Tagen in der Version 0.5 erschienen ist und unter der GPLv3 steht.

Sigil Oberfläche
Sigil Oberfläche

Sigil stellt einen für den Einstieg einfachen und benutzerfreundlichen WYSIWYG Editor bereit, der sämtliche EPUB-Spezifikationen laut eigener Aussage unterstützt.

Zusätzlich kann man entweder eine geteilte Ansicht nutzen, in der Buchvorschau und Codeeditor zusammen angezeigt werden (wie im oberen Bild) oder jeweils vollständig auf Buch bzw. Codeansicht umschalten und darin bearbeiten. Über die Quelltextansicht stehen einem mit Grundlagenkenntnissen von HTML noch weitere Formatierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die durch die Buchansicht derzeit noch nicht implementiert sind. Neben der automatischen Erzeugung des Inhaltsverzeichnisses anhand der Überschriften, sowie dem leichten Einfügen von Bildern bietet Sigil noch einen umfangreichen Metaeditor an.

Meta - Editor
Meta - Editor

Standardmäßig werden hier Autor und Titel, sowie Sprache eingegeben. Es ist aber auch möglich zahlreiche weitere Daten hier einfließen zu lassen, wie Beschreibungen, ISBN-Nummern etc.

Des Weiteren stehen einem zahlreiche Sematik-Optionen zur Verfügung, um z.B. einem Bild die Information mitzugeben, dass es sich hierbei um das Coverbild handelt. Hierzu muss man lediglich auf das Bild mit der rechten Maustaste klicken und per Semantik hinzufügen, das Bild zuweisen.

Installation

Sigil steht für Windows, MacOSX und natürlich Linux (32 oder 64-bit) zur Verfügung. Auf der Webseite wird für Linux eine BIN-Datei angeboten, die zunächst ausführbar gemacht werden muss.

chmod +x installer.bin
./installer.bin

Anschließend startet ein Installationsassistent, der durch die weiteren Schritte führt, die Startmenüeinträge erstellt etc.
Insgesamt macht das Programm einen guten Eindruck. Natürlich darf man bei der Erstellung von E-Books auch nie Calibre vergessen zu erwähnen, da dies u.a. zum Einsatz kommen muss, wenn man aus dem generierten EPUB eine .mobi Datei generieren will bzw. vielfältige andere Konvertierungsoptionen braucht. Zum einfachen und schnellen Erstellen von E-Books kann man jedoch Sigil durchaus gut gebrauchen.

Veröffentlicht von

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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