Windows Subsystem für Linux (WSL): Microsoft gibt weitere Einblicke

Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz Build 2016 vor ein paar Wochen überraschend verkündet eine Unterstützung der klassischen /bin/bash und weiterer klassischer Linux binaries auf der Basis von Ubuntu 14.04 (und demnächst Ubuntu 16.04) unter Windows 10 zu unterstützen.

Dies hat natürlich zu vielen Fragen geführt. Die Entwickler von Microsoft und Canonical stellten sich den ersten Fragen zu dem Subsystem bereits kurz nach der Veröffentlichung.

Doch es blieben noch einige Fragen offen, gerade inwiefern sich dadurch Vorteile ergeben für den Entwickler, was er nicht schon in einer virtuellen Maschine erledigen konnte und wie überhaupt die technische Implementierung von Microsoft umgesetzt ist.

Microsoft geht auf diese Fragen nun in mehreren Blogpost auf ihren Entwicklerblogs im MSDN ein. In einem ersten Beitrag gehen sie auf die Historie von Windows Subsystems ein, die es schon seit Ewigkeiten in Windows gibt.

Windows Subsystem for Linux Components

Zudem beschreiben sie gut die einzelnen Komponenten, die für das Windows Subsystem for Linux (WSL) miteinander agieren und wie sie die Linux system calls für den Windows Kernel übersetzen. Des Weiteren wird konkreter auf das Dateisystem eingegangen und wie sie den Austausch und den Zugriff von Dateien aus dem Linux Subsystem auf die normalen Dateien unter Windows realisieren.

Für den normalen Nutzer sicher weniger spannend, dennoch gibt es interessante Einblicke für Entwickler und Microsoft will dies in den nächsten Blogposts noch detaillierter die einzelnen Komponenten beschreiben.

Es bleibt spannend zu beobachten, was Microsoft in Zukunft noch alles integrieren wird, denn bisher hat es natürlich nur den Stand einer frühen Beta mit einigen zentralen Funktionen die noch fehlen, auch wenn überraschenderweise schon etliches funktioniert. Man fordert aber aktiv Feedback was den Nutzern noch fehlt und möchte diese schnellstmöglich nachliefern. Mir gefällt der Schritt sehr gut, auch wenn ich einige Stimmen hörte, die die Entwicklung eher skeptisch betrachten, aber ich denke als Nutzer mehr Optionen zu haben ist immer ein Gewinn.

Ubuntu for Windows 10

Wer das ganze einmal selbst ausprobieren will findet eine Anleitung für die Installation unter Windows 10.

Synergy aktuell kostenlos: Maus und Tastatur auf mehreren Geräten gleichzeitig nutzen

Ich habe hier zuhause einen ziemlich heterogenen Mix an verschiedenen Rechnern, Betriebssystemen und Monitoren. Ein Windows PC zum Spielen nebenbei, sowie für ein paar Spezialprogramme, einen iMac der mein überwiegendes Produktivgerät für Grafikbearbeitung, Videoschnitt und die typischen Office Aufgaben, sowie ein Ubuntu Notebook, an dem überwiegend entwickelt wird. Das meiste könnte man sicherlich auch an einem Gerät machen, aber ich mag es gerne getrennt und habe den Luxus mir das jeweilige System aussuchen zu können, auf dem ich die jeweilige Aufgabe am besten erledigen kann.

Etwas nervig kann es hierbei sein, wenn ich mehrere Geräte parallel betreiben möchte, denn jedes benötigt seine eigenen Peripheriegeräte mit Maus und Tastatur, was bei 3 Geräten dann nervig ist. Schöner ist es, wenn man mit einem Set von Tastatur und Maus alle Geräte steuern kann. Genau dafür gibt es die schon recht alte Open Source Lösung Synergy.

Synergy GUI

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Wiederherstellungspunkte unter Linux mit Systemback

Letztens fragte mich ein Windows Umsteiger, ob es denn unter Linux etwas ähnliches wie die Wiederherstellungspunkte unter Windows gibt. Er macht zwar regelmäßig Backups von seinem home-Verzeichnis und anderen wichtigen Verzeichnissen und war auch soweit zufrieden, dennoch gefiel ihm diese Funktion aus Windows im Bedarfsfall bei einer fehlerhaften Konfiguration oder zu viel installiertem Müll bei Bedarf einfach zurückspringen zu können. Also habe ich mal kurz recherchiert und bin dann bei dem funktionsreichen Programm Systemback gelandet.

Systemback Oberfläche
Die Installation muss leider über ein PPA von Launchpad erfolgen, da Systemback nicht in den Paketquellen liegt. Wer damit aber kein Problem hat bekommt das Programm über die gewohnten drei Befehle schnell auf den Rechner:

sudo add-apt-repository ppa:nemh/systemback
sudo apt-get update
sudo apt-get install systemback

Zudem muss das Programm mit Root-Rechten gestartet werden, also ein

sudo -H systemback

startet dann schlussendlich die Oberfläche, wie sie im oberen Bild zu sehen ist. Von dort habt ihr natürlich als erstes die Möglichkeit einfach einen Wiederherstellungspunkt zu erstellen über Create new (Leider gibt es aktuell keine deutsche Übersetzung des Programms, aber man findet sich auch so ganz gut zurecht).

Sobald mindestens ein Wiederherstellungspunkt erstellt worden ist (kann ein wenig dauern) sehr ihr auf der linken Seite dann nach Datum geordnet die unterschiedlichen Punkte und könnt dann über die Auswahl eines dieser Punkte direkt über System restore zu diesem Punkt zurückspringen und alle Änderungen bis zum heutigen Datum rückgängig machen. Lief bei mir problemlos im Test, aber man sollte sich natürlich bewusst sein, dass man hier vielleicht auch Einstellungen/Daten verliert, die man noch benötigt, also vorher mal die Daten separat sichern kann nicht schaden.

Doch Wiederherstellungspunkte sind nicht die einzige Funktion, die Systemback zu bieten hat. Eine weitere Funktion ist das Erstellen von Live-Abbildern eures aktuellen Systems, wo ihr dann noch einige Einstellungen tätigen könnt. So ist beispielsweise konfigurierbar, ob ihr auch eure benutzerbezogenen Daten von eurem System mit in das Live-System für euren USB-Stick oder DVD integrieren wollt.

Systemback Livesystem erstellen

Zudem könnt ihr auch ein vollständiges System auf eine andere Festplatte oder Partition kopieren, was durchaus nützlich sein kann bei Tausch von einer Festplatte auf SSD oder ähnlichem.

Systemback: System kopieren

Generell hat mir Systemback gut gefallen, bei meinem Bekannten ist es jetzt eine Weile im Einsatz und er hatte noch keine Beschwerden und erfreut sich seiner Wiederherstellungspunkte (ob man sie wirklich braucht steht auf einem anderen Blatt). Könnt ihr euch bei Bedarf also ruhig einmal ansehen, zumal das ganze auch aktuell weiterentwickelt wird und unter der GPL v3 lizenziert ist.

Revisions für Mac: Dateiversionen in der Dropbox einfach einsehen, vergleichen und zurückspielen

Die meisten der großen Speicheranbieter in der Cloud sind zwar in Sachen Preiskampf Dropbox weit voraus, dennoch hat Dropbox bei mir, als erster Cloud-Speicher den ich nutzte, immer noch die Nase vorne. Einerseits habe ich damals einiges an Gratisspeicher gesammelt, zum anderen sind halt so gut wie alle wichtigen Apps und Programme bei mir mit der Dropbox verknüpft. Eine andere nette Funktion sind noch die automatisch erstellten Dateiversionen von Dropbox.

Mit einem Klick in der Weboberfläche könnt ihr innerhalb von 30 Tagen (gegen Bezahlung geht es auch länger) beliebige Versionsstände zurücksichern. Falls ihr also eine defekte Datei habt genügt ein Blick bei Dropbox und ihr stellt die Datei wieder auf all euren Geräten auf den alten Stand zurück. Wer viel mit dieser Funktion arbeitet und den Mac nutzt kann sich auch einmal die kostenlose Software Revisions ansehen.

Revisions Dropbox

Die Einrichtung geht schnell vonstatten. Zu Beginn müsst ihr natürlich Revisions die Berechtigung auf euer Konto geben, damit die Dateien und insbesondere die Versionsstände eurer Dateien eingelesen werden können. Danach werden die Dateien auch schon eingelesen, wobei die gesamte Dropbox, wenn sie bei euch recht groß ist, schon eine Weile dauern kann. Daher würde ich es in der Konfiguration nur auf die Ordner anwenden, die euch gerade interessieren. Dateien die älter als 30 Tage sind werden ebenfalls aufgelistet, aber könnt ihr im kostenlosen Account nicht mehr zurücksetzen.

revisions_modified2revisionsAnsonsten könnt ihr ein Datumsintervall vergeben und auf verschiedene Aktionen wie Erstellen, Bearbeiten oder Löschen von Dateien filtern. Habt ihr mehrere Versionsstände sind die Dateien in der Aktivitätsübersicht sichtbar. Dort könnt ihr sie zum einen einfach nur vergleichen oder natürlich die alte Version einfach zurückspielen. Hat in meinem Test problemlos funktioniert und ist eine angenehme Alternative gegenüber der Webversion von Dropbox.

Revisions for Dropbox
Revisions for Dropbox
Entwickler: Bayesbits
Preis: Kostenlos+

[quelle]via Übercast[/quelle]

 

Webseiten automatisch und kostenlos überwachen mit UptimeRobot

Jeder Webseitenbetreiber ist bestrebt eine möglichst hohe Verfügbarkeit seiner Seiten zu erreichen. Für manche ist dies bares Geld, welches man bei einer längeren Auszeit verliert, bei anderen ist es zumindest ärgerlich und verwundert die Besucher. Da aber die wenigsten ständig ihre Seiten auf Erreichbarkeit prüfen können gibt es viele Anbieter, die einen automatisiert informieren, wenn die Webseite gerade nicht erreichbar ist.

In diesem Bereich gibt es sehr viele kommerzielle Anbieter, für einen kleinen Blog oder sonstige Seite kann man sich aber die Frage stellen, inwieweit einem dieser Betrag einem Wert ist. Positiv aufgefallen ist mir bei meiner Suche nach einem solchen Dienst UptimeRobot.

UptimeRobot Dashboard

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pass: Passwortmanager in der Konsole mit Git-Unterstützung

Beim Thema Passwörter hat jeder seinen eigenen Weg, wie er die Vielzahl an Passwörtern im Alltag sinnvoll verwaltet. Man wird von überall gewarnt sichere Passwörter zu verwenden und optimalerweise bei jeder Webseite ein anderes zu verwenden. Das Problem ist dann aber meist das menschliche Gedächtnis und so gibt es eine Menge interessanter Softwarelösungen am Markt, wie Lastpass, 1Password (nur Mac OS X und Windows) und Keepass.

Bei einem sensiblen Thema wie Passwörter ist die Cloud-basierte Lösung Lastpass nicht jedermanns Geschmack und 1Password ist keine Open Source Software, zumal auf Linux nicht besonders gut verwendbar. Daher hat sich Keepass als Open Source Lösung einen guten Namen gemacht. Letztens bin ich jedoch auf eine interessante Alternative namens pass gestoßen, die ich mir einmal näher angeschaut habe. Die Besonderheit von pass ist, dass die gesamte Verwaltung im Terminal abläuft, verschlüsselt wird mit gpg und zudem kann man Git für eine Passworthistorie verwenden.

Pass Passwortmanagerpass kann auf den gängigen Linux-Distributionen rund um Ubuntu, Debian, Fedora, Arch und auch Mac OS X installiert werden und befindet sich in den Paketquellen der Anbieter. Nach der Installation findet sich in eurem Home-Verzeichnis ~/.password-store ein neuer Ordner, in dem alle eure Accounts anschließend als zusätzliche verschlüsselte Datei mit der Endung gpg abgelegt werden und somit nur durch euren privaten Schlüssel einsehbar sind.

pass Passwortmanager DateipfadEs gibt eine gute Dokumentation auf der Webseite von pass, die alle wichtigen Details erläutert. Nach kurzer Übung geht das recht schnell und man hat die Befehle drauf. So können Passwörter einfach mit pass insert eingefügt werden, ihr könnt sichere Passwörter generieren lassen und euch die Paswörter natürlich auch wieder anzeigen lassen und dabei direkt in die Zwischenablage kopieren.

Gerade in Verwendung mit Git, wo ihr eure Passwörter auch ganz einfach in ein entferntes Repository pushen könnt, zeigt pass durchaus Stärken. Für den normalen Benutzer dürften die oberen Lösungen sicher einfacher zu bedienen sein, dennoch können es Benutzer, die nicht vor der Konsole direkt zurückschrecken ruhig einmal näher ansehen. Mir persönlich fehlt eine Android-App, bisher existieren lediglich eine iOS-App und ein Firefox Addon.

[quelle]via /home/liquidat[/quelle]