Ubuntu Web Apps – Canonical versucht Web und Desktop zu verschmelzen

Aktuell findet die OSCON (Open Source Convention) in Portland statt, auf der auch Mark Shuttleworth einen Vortrag über die Verschmelzung von Webapplikationen mit dem traditionellen Desktop hielt. Auch bei den Machern von Ubuntu ist nicht verborgen geblieben, dass wir uns mehr und mehr aus den klassischen Desktop-Umgebungen lösen und mehr und mehr Daten in der Cloud lagern. Es gibt natürlich nach wie vor viele Skeptiker, deren befürchtete Risiken grundsätzlich auch zutreffen, jedoch erleichtern Webapplikationen in der Cloud den Alltag doch erheblich.


Der erste Eindruck im gezeigten Demo-Video macht einen ganz guten Eindruck. Was können die Nutzer alles erwarten, wenn die Funktionen in Ubuntu 12.10 Einzug erhalten (Ubuntu 12.04 wird mittels PPA ebenfalls in den Genuss kommen).

  • Programme, wie z.B. GMail, Last.fm, Facebook & Co lassen sich direkt über das Launcher-Menü aufrufen und werden auch über das Dash-Menü gefunden.
    • Nicht so spannend meiner Meinung nach, es wird einfach die Seite im Firefox, bzw. wohl dem bevorzugten Webbrowser, geöffnet.
    • Nützlicher ist, dass man per Alt+Tab durch die einzelnen Web-Apps wechseln kann und sie wie ganz normale Programme betrachtet werden.
    • Sind über HUD steuerbar (z.B. über Eingabe eines + landet ihr direkt in Google+)
  • Tiefe Integration ins Nachrichtensystem. So sieht man die einzelnen Labels von Google Mail mit den ungelesenen Nachrichten, Benachrichtigungen bei Google+ und kann direkt dort hinwechseln, Twitter kann integriert werden (verbunden mit Gwibber) usw.
  •  Online Accounts können direkt in Ubuntu eingepflegt werden. Damit können dann z.B. Fotos aus Shotwell direkt zu Picasa hochgeladen werden, wofür es bisher den Browser oder die nicht mehr weiterentwickelte Picasa-Software für Linux von Google benötigt hat. Ebenso natürlich zu Facebook oder Flickr, je nachdem welche Accounts bevorzugt werden.

ubuntu-online

 

Das ganze wird mit Juju umgesetzt und [Edit: Er sprach u.a. auch über Juju] auch bald als Open-Source zur Verfügung gestellt. Insgesamt hebt man hervor, dass man auch ohne Unterstützung der Anbieter weitere Cloud-Anbieter integrieren kann, was wir erstmal abwarten sollten.

Prinzipiell bin ich aber jemand, der sehr gerne solche Cloud-Dienste nutzt und sehe darin durchaus einen Mehrwert. Ich denke Canonical hat die Bedürfnisse der Nutzer hier erkannt und geht in die richtige Richtung. Nähere Informationen sollen demnächst folgen.

Bis dahin lasse ich euch erstmal noch das Video hier im Blog, damit ihr euch einen ersten Eindruck verschaffen könnt.

Hier noch das Video vom Vortrag von Mark Shuttleworth.

[via Canonical Blog]