Update: Ubuntu 12.10 wird Anmeldung über Remote Desktop ermöglichen (Video)

Ubuntu wird in der letzten Zeit nicht müde, verschiedene Aktivitäten und Entwicklungen in Richtung Cloud vorzunehmen. Man denke nur an Ubuntu Web Apps, über die ich schon einmal berichtet habe. Was ich bisher bei Ubuntu immer ein wenig vermisst habe und von Windows & Co kenne, ist die entfernte Anmeldung auf einen anderen PC im Netzwerk (bzw. über Internet) über den ganz normalen Anmeldebildschirm. Stellt euch einfach vor, ihr sitzt gerade im Wohnzimmer und wollt noch einmal schnell auf eurem Rechner im Arbeitszimmer etwas nachschauen.

Ted Gould hat nun in einem Blogeintrag verkündet, dass Ubuntu 12.10, welches ja am 18. Oktober dieses Jahres erwartet wird, endlich eine solche Funktion bekommen wird.

Der Remote Login wird über das proprietäre Protokoll RDP von Microsoft erfolgen. Das ganze funktioniert direkt über den Anmeldebildschirm, wie ihr im Screenshot sehen könnt. Das heißt ihr benötigt keinen lokalen Zuganz zu dem PC, an dem ihr sitzt, sondern könnt euch direkt an eurem Rechner remote einloggen.

Problematisch war hier wohl zu Beginn, dass man nicht gerade alle Hostnamen im Kopf hat und eine Auflistung wäre durchaus praktisch. Daher haben sich die Entwickler mit ein paar Leuten bei Canonical im Serverbereich hingesetzt und einen kleinen Dienst geschrieben, der auch in den standardmäßigen Single-Sign-On Dienst für alle Ubuntu-Dienste integriert wurde. Daher könnt ihr nun eure entsprechenden Namen komfortabel aus einer Liste auswählen, wenn ihr euch mit eurem Account anmeldet.

Gould erwähnt zudem auch, dass dies nur der Anfang sei. Aktuell unterstützt man nur RDP, man hofft aber in Zukunft ein allgemeines Framework zu bieten, welches auch mit weiteren Protokollen umgehen kann.

Was haltet ihr davon?

Update: Noch ein kurzes Video von den Kollegen von OMGUbuntu:

Update2: Zudem gibt es auch bereits eine Unity Lense für die VPN Verbindungen.

[via]

 

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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11 Antworten

  1. Marc sagt:

    Sau stark. Das wird auch zeit 🙂
    hoffentlich mit backports für Lucid

  2. dakira sagt:

    Ich sach mal, auf Backports brauchst du da nicht hoffen. Bestenfalls für 12.04.

  3. TuxCoder sagt:

    Wenn ich mich nicht täusche hat Ubuntu 9.x oder 8.x schon einen Remotelogin gehabt. Der ging halt über SSH und X-Forward.
    Wundert mich immer noch warum es den nicht mehr gibt

    • storminator sagt:

      Ja da hast du Recht, habe es eben auch gelesen bei The Var Guy:

      And ironically, previous versions of GNOME — including those that used to ship with Ubuntu — also supported remote logins, though they used a special GNOME protocol that was not very secure or compatible with other systems.

  4. Das Wort sagt:

    So lange nicht nur ein proprietäres Protokoll unterstützt wird ist alles okay.

    Das Canonicals _zunächst_ nur RDP unterstützen will, ist aber nachvollziehbar.

  5. claw sagt:

    Der X-Server heißt nicht ohne Grund X-Server und ist schon immer für Remote-Sessions ausgelegt …. Stichwort: XDMCP
    Da braucht man auch kein RDP. Man sollte nicht vergessen, das Unix schon immer ein Mehrbenutzersystem war. Als ob es sowas in Ubuntu nicht gäbe m)

  6. ice sagt:

    Ich habe dazu immer Free-NX von NoMachine verwendet, das nutzt einen sicheren SSH-Tunnerl und ist ’sau-schnell‘. Wenn man will inklusive Sound.
    -> Aber seit Unity kriegt man per Remote nur noch den Desktop ohne was gscheites 🙁

  7. Dive sagt:

    Das ist mal Interessant: Der X-Server hatte schon immer diese Möglichkeit, er war schon immer Netzwerktransparent. Dann kam Wayland und jeder der auf die fehlenden Netzwerktransparents hinwies wurde als „Von Gestern“ bezeichnet und behauptet: „Sowas braucht kein Mensch“. Nun wird was ähnliches durch die Hintertür wieder eingeführt, noch dazu mit einem proprietären Protokoll (erhält MS auch brav Lizenzgebühren?) und das Volk jubelt?

    Das verstehe wer will, ich nicht. 😉

  8. Matthias sagt:

    Naja, X11 über ssh war immer schon saulangsam, oder nicht? Außerdem gab’s immer probleme mit dem theming, mit den effecten etc.
    X11 ist halt auf ganz einfache fenster ohne schnickschnack ausgelegt …. also nicht mehr zeitgemäß.

    Wayland hat den vorteil, dass es alles was man heute braucht (brauchen ist relativ ;-)) schon anbietet … naja oder anbieten soll, wenn’s endlich fertig ist.
    Das das abgreifen von fix fertigen bildern (inkl effekte) und das senden über netzwerke dann auch noch sauschnell gehen kann, hat ja MS mit RDP vorgezeigt. RDP is imho das schnellste remote protocol das es gibt. NX ist zwar annährend so schnell, aber bei weitem nicht so komfortable.

    RDP zu Windows fühlt sich an wie direkt vor dem rechner sitzen.
    NX zu linux fühlt sich an, wie ein interkatives video, artefakte am schirm, keine gescheite integration in den login manager etc.

    Aber mal schauen, was Canonical da baut 😉

  9. theich sagt:

    Das man kein Login braucht an dem Computer, vor dem man sich befindet ist sicher ein riesen Fortschritt. Ansonsten genügte mir NX stehts.

  1. 18. Oktober 2012

    […] ist die Funktion des Remote Login direkt aus der Anmeldemaske heraus eventuell interessant, die ich hier einmal kurz beschrieben habe, die in Ubuntu 12.10 Einzug erhält und weiter ausgebaut werden soll. […]

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