Nachdem letzten Freitag die zweite Beta-Version von Ubuntu erschienen ist, habe ich es mir nicht nehmen lassen, diese mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Vorweg gesagt: Die meisten Funktionen findet ihr im Video, da ich weniger Lust auf riesig lange Bildergalerien hatte.

Wer eine sehr ausführliche Auflistung bevorzugt, verweise ich zunächst erstmal an das Wiki von Ubuntu, die jede Änderung ausführlich dokumentiert haben. Ich will mich hier auf die Funktionen zunächst beschränken, die dem Benutzer als erstes auffallen, sobald er sein System aktualisiert.
Unity 6.6 – Neue Linsen, neue Vorschau, umstrittene Shopping-Anzeige
Seit Ubuntu auf Unity setzt ist dieses immer einer der Hauptschwerpunkte in jeder neuen Version, hier kommen stets jeweils viele Detailverbesserungen mit immer neuen Funktionen. Unter anderem finden wir eine optische Überarbeitung beim Überfahren der Symbole und klarere Trennlinien zwischen Anwendungen und Dateien. Neben der standardmäßig und sehr umstrittenen aktivierten Shopping-Linse mit Empfehlungen von Amazon, findet man eine durchaus gelungene Vorschau. Egal ob man auf Videos, Fotos oder Anwendungen mit der rechten Maustaste klickt, bekommt man relevante Informationen angezeigt und kann entsprechende Aktionen durchführen, z.B. das Programm direkt installieren oder das Bild sofort per Mail versenden.
Zudem findet man standardmäßig auch eine neue Gwibber-Linse für Twitter. Dort bekommt man Ergebnisse aus seiner Timeline, Antworten, Bilder aus Tweets, Videos und direkte Nachrichten angezeigt. Mir persönlich ist hier allerdings ein richtiger Twitter-Client lieber. Über Rechtsklick, kann man aber auch hier direkt einen Tweet retweeten, favorisieren etc., was vielleicht für den einen oder anderen ganz nützlich ist.
Ubuntu Web Apps
Über die Web Apps habe ich vor einiger Zeit schon einmal etwas geschrieben. Kurz gesagt könnt ihr ab jetzt verschiedene Internet-Dienste wie Google Mail, Facebook, YouTube, BBC, Last.fm usw. besser in den Desktop integrieren. Derzeit sind sie allerdings nicht standardmäßig installiert, das könnt ihr aber über die Pakete unity-webapps-* (schaut euch einfach mal die verfügbaren Pakete auch hier einmal an). Derzeit funktionieren diese nur in Firefox und Chromium (der aber leider noch in der älteren Version 20 in den Paketquellen zu finden ist). Sobald man eine Webseite ansurft, die bereits unterstützt wird, bekommt ihr unterhalb der Adresszeile eine kurze Anfrage, ob ihr diesen besser in den Desktop integrieren wollt. Bestätigt ihr dies nistet sich der Dienst in Ubuntu ein. Bei Facebook bekommt ihr z.B. entsprechende Benachrichtigungen über das Nachrichtenmenü angezeigt, bei YouTube könnt ihr Videos über das Lautstärke – Menü pausieren, überspringen etc.
Restliche Funktionen kurz zusammengefasst
Den Rest (noch eine ganze Menge) fasse ich noch kurz unter diesem Punkt zusammen, schaut euch am besten das nachfolgende Video kurz an, da sind die Punkte ausführlicher beschrieben:
- Nautilus bleibt in Version 3.4.2 und bleibt damit auf dem Stand von Ubuntu 12.04 (andere Gnome-Anwendungen wurden jedoch auf 3.6 portiert)
- Online-Konten können hinzugefügt werden (Google, Facebook, Microsoft, Yahoo, Flickr, Twitter usw.)
- Ubuntu Software Center bekommt Menü für einfaches Verwalten der Linsen
- RDP Login über Anmeldemaske
- Ubuntu passt nicht mehr auf eine Standard CD
- LVM jetzt auch über den Desktop-Installer möglich
- LibreOffice in Version 3.6.2 hat jetzt ebenfalls globales Menü mit HUD-Unterstützung
- Ubuntu One bekommt neuen Tab Sharing: Leichteres Teilen und Einsehen der Links für geteilte Dateien
- Python wird langsam auf Version 3 migriert
Was ist euer Ansicht nach die beste Neuerung? Werdet ihr aktualisieren nach Veröffentlichung oder wartet ihr ab?
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