Testbericht Sonos Play:5

Sonos Play:5

Ich habe lange über die Anschaffung der Sonos Play 5 überlegt. Bei Musik war ich bisher relativ preissensibel. Ich hatte sicher nicht die schlechtesten Kopfhörer oder Soundanlagen am PC, jedoch waren diese preislich eher in der unteren Mittelklasse einzuordnen.

Inzwischen hat sich bei mir jedoch zusätzliche Hardware in Form eines NAS eingefunden und es gibt eine Reihe exzellenter Musik-Streamingdienste, die den Kauf eines qualitativ hochwertigen, drahtlosen Audio-Lautsprechers rechtfertigten.

 

Voraussetzungen an die Hardware

Vor dem Kauf mussten einige Voraussetzungen erfüllt sein, die ich vorher ausführlich durch verschiedene Testberichte und persönliche Erfahrungen anderer Besitzer von Sonos prüfte. Die Einrichtung in das lokale Netzwerk sollte ohne Schwierigkeiten funktionieren, schließlich hatte ich keine Lust lange zu basteln, es soll einfach funktionieren. Weiterhin liegt viel Musik auf meinem lokalem NAS System, dies muss mittels einmaliger Freigabe ohne Probleme abspielbar sein. Letzter wesentlicher Punkt war die Unterstützung der klassischen Streamingdienste. Spotify, Rdio, Simfy, Juke, Deezer – um nur einige zu nennen – habe ich so gut wie alle ausprobiert und sie nehmen sich bis auf Details nicht viel. Falls mir einer aber nicht mehr zusagt, will ich nach einem Monat schnell zu einem anderen Anbieter wechseln können.

Schlussendlich konnte ich bei allen Punkten einen Haken bei Sonos machen. Ich hatte ebenfalls einmal das Teufel Raumfeld (*) in Betracht gezogen, jedoch bekam ich überwiegend positive Rückmeldungen bei Sonos, die allgemeinen Bewertungen in anderen Testberichten und Reviews bei Amazon waren ebenfalls positiv – die Entscheidung war also getroffen.

Stellte sich nur noch die Frage: Reicht die kleinere Lösung mit dem Play:3 (*) oder soll es direkt der große Bruder Play:5 (*) werden? Neben dem klanglich noch etwas satteren Sound entschied ich mich durch den zusätzlichen Eingang für MP3-Player, Smartphones etc. für den Play:5.

Bedenken sollte man noch, dass alle Sonos-Produkte zwar drahtlos eingesetzt werden können, aber diese Funktionalität erst mit der Sonos-Bridge erreicht wird. Ansonsten kann man diese nur per Ethernet-Kabel anschließen, damit sie die gesamten Inhalte aus dem Netz ziehen können. Hätte man meiner Meinung nach ruhig in die Geräte verbauen können, sind so in den meisten Fällen zusätzliche Kosten, würde ich aber jedem empfehlen – außer man will gerne Kabel durch die Wohnung legen. Sofern aber mindestens ein Gerät, egal ob Bridge, Play:3 oder Play:5 eine Verbindung über Ethernet-Kabel bekommt, sind alle anderen danach drahtlos erreichbar.
Sonos Play:5 Rückseite

Wer sich für die technischen Spezifikationen interessiert, kann direkt bei Sonos vorbeischauen. Neben den Abspielformaten sind die Maße von 217 x 365 x 123 mm (ein gewisser Abstand für den Bass sollte eingeplant werden), sowie das Gewicht von etwas über 4kg für die meisten am interessantesten.

Lieferumfang und Einrichtung

Der Lieferumfang ist relativ schnell erzählt. Neben dem eigentlichen Gerät bekommt ihr noch ein paar Standard-Kabel von Sonos mitgeliefert. Ein Netzwerkabel für den Play:5 und nochmal eines für die Bridge, ein Line-In-Kabel um euer Smartphone oder MP3-Player anzuschließen und schlussendlich noch die notwendigen Stromkabel, sowie Handbücher und eine Einrichtungs-DVD.

Kommen wir zur Einrichtung, bei der man Sonos ein Lob aussprechen muss, sofern man Mac OS oder Windows einsetzt. Ist sehr einsteigerfreundlich beschrieben und auf den beigefügten Schaubildern auch schön ersichtlich. Bridge bzw. Play:5 an den Router anschließen, beide Geräte mit Strom versorgen und dann einmal an den Rechner und die DVD eingelegt. Daraufhin bekommt ihr direkt den passenden Assistenten gestartet der durch die Einrichtung geht.

Prinzipiell definiert man einmal alle Sonos-Geräte, die in das neue Netzwerk kommen. In meinem Fall also Bridge und die Play:5. Drückt also im aufgeforderten 2-Minuten Zeitraum auf die angezeigten Knöpfe und die Software zeigt nur wenige Sekunden später eine Erfolgsmeldung an. Kann man natürlich zu jeder Zeit um weitere Geräte später ergänzen, was generell ein gutes Erfolgskonzept von Sonos ist, wenn man zufrieden mit den Geräten ist.
Sonos Einrichtung
Sind die Geräte erstmal erfolgreich hinzugefügt solltet ihr natürlich noch definieren wo eure gesamte Musikbibliothek liegt, damit Sonos sie vollständig für die spätere Suche indexieren kann. Dazu gibt es drei verschiedene Möglichkeiten:

  • Standard-Musikordner von iTunes & Co
  • eigens definierter Ordner, wo ihr eure Musik ablegt
  • NAS-Freigabe

Bei den ersten zwei Optionen kann man nichts verkehrt machen. Order im Dateisystem auswählen und fertig. Bei der Freigabe eines Ordners auf dem NAS müsst ihr natürlich wissen, wie dieses zu erreichen ist. Sollte aber in der Regel auch kein Problem sein, schließlich habt ihr das ja sicherlich schon eingerichtet und erscheint bereits bei den Netzwerkfreigaben unter Windows/Mac. Tragt also einfach den passenden UNC-Pfad (//servername/ordner) ein. Sonos fragt dann direkt nach einem Benutzer mit den passenden Zugriffsrechten. Passen alle Einstellungen dauert es einen kurzen Moment, denn Sonos scannt jetzt eure gesamte Musik, indexiert diese nach Künstler, Album etc.

Danach landet ihr in der Oberfläche der Verwaltungssoftware von Sonos, die auf allen Systemen gleich aussieht, egal ob Windows oder Mac OS, Android oder iOS. Auf der linken Seite findet ihr alle Sonos-Geräte im Haushalt, in der Mitte der aktuelle Song mit ein paar Informationen, sowie der aktuellen Playlist und rechts alle möglichen Quellen für eure Musik. Bereits fertig eingerichtet ist eure lokale Musikbibliothek unter der auch die NAS-Freigaben sind. Weiterhin bringt Sonos hunderte von Radiostationen mit. Sowohl lokale Sender, deutschlandweite, aber natürlich auch internationale sind vertreten und sofort abspielbar. Wer lieber nach bestimmten Genres hört findet ebenfalls die klassischen Unterteilungen, z.B. 90er, Rock, Pop, Klassik usw.

Sonos Verwaltungssoftware

Natürlich gibt es aber auch die externen Streaming-Dienste, die alle ein entsprechendes Abo für 10€ im Monat voraussetzen. Unterstützt werden hier derzeit die meisten populärsten Dienste, zum Beispiel:

  • Spotify
  • Rdio
  • Napster
  • Juke
  • Deezer
  • Simfy
  • WiMP
  • Last.fm

Einen Dienst vermisse ich hier allerdings und das ist Google Play Music. Update 10.04.14: Endlich hat sich dieser Nachteil erledigt und ihr könnt jetzt auch Google Play Music inklusive ihres Musikabodienstes nutzen! Liegt zwar weniger allein an Sonos, denn Google hat seit Start des Dienstes keine offizielle API für Drittanbieter veröffentlicht (manche Apps nutzen eine inoffizielle Schnittstelle). Gerade nach dem Start des Abodienstes All Access besteht hier in jedem Fall noch Bedarf und Sonos hat auch bereits in den Kommentaren der Wünsche der Benutzer reagiert, kann derzeit aber noch keine konkreteren Pläne präsentieren.

Sonos Google Play Music

Leider fehlt auch der beliebte Dienst SoundCloud in der Auflistung. Caschy hat aber zum Glück bereits vor einiger Zeit gezeigt, wie man SoundCloud mit relativ wenig Aufwand hinzufügt. Funktioniert danach einwandfrei mit den gewohnten Möglichkeiten nach Mixes, Mashups, Künstlern etc zu suchen.

Für uns in Deutschland spielt das allerdings noch keine Rolle, alle oben genannten Dienste sind nämlich hierzulande verfügbar, im Gegensatz zum Musik-Aboservice Google Play Music All Access. Nachdem ihr einen Benutzer für den Dienst eingetragen habt könnt ihr auf den Musikkatalog des Dienstes zugreifen. Ich habe dies beispielhaft mit dem Dienst Juke gemacht (der einzige der 7 Tage Testzeitraum für Sonos und mobil anbietet ohne direkt Zahlungsdetails eingeben zu müssen), dürfte aber bei allen Streaminganbietern gleich funktionieren. Ihr könnt nach Künstlern, Alben oder Songs suchen, alternativ gibt es vorgefertigte Mixes, Radiofunktionen und einiges mehr. Alles bequem auch über die mobilen Apps verfügbar.

Perfekt gelöst ist zudem die Synchronisierung all eurer Sonos-Controller, egal ob mobil oder am Desktop. Seid ihr gerade auf der Couch nehmt das iPad oder das Android-Smartphone und steuert euer Sonos-System. Anschließend wechselt ihr an den Desktop und habt sofort alles synchron und könnt eure Playlist weiter bearbeiten und habt weiterhin die volle Kontrolle. Einzige Sache die man Sonos vorwerfen kann? Es fehlen noch einzelne Plattformen für de Controller. Für mich als Linux-Benutzer fehlt die Software vollständig, man kann nur die Krücke über WINE gehen, was aber in den neuesten Versionen auch nicht sofort funktioniert. Alternativ gibt es noch einen inoffiziellen Sonos Web Controller, der wollte bei mir aber auch nach der Installation die Sonos-Geräte nicht auflisten.

Benutzer von Windows Phone finden wie üblich als drittgrößtes (wenn auch weit abgeschlagen) mobiles System ebenfalls keine App im Store (es gibt allerdings kostenpflichtige Alternativen). Sonos bedient hier also klar die große Masse, im Laufe der Zeit könnte man hier das Angebot aber gerne mal erweitern.

Klang

Wohl einer der schwierigen Aussagen, denn jeder hört Soundqualität ein wenig anders. Einer hat ein sehr gutes Gehör (oder behauptet es zumindest), andere hören tendenziell weniger Feinheiten heraus. Für meinen Teil zähle ich mich eher zur zweiten Gruppe und kann nur meinen persönlichen Eindruck wiedergeben, sowie das was Besucher meinten. Bedenken sollte man natürlich auch die Qualität der Musikdateien, von Bitrate und verlustbehafteten Dateien wie MP3 oder verlustfreien Formaten wie FLAC ergeben sich naturgemäß Unterschiede. Sonos leistet hier aber gute Arbeit und unterstützt fast sämtliche wichtigen Formate von Haus aus.
Sonos Musikformate

Der Sound klingt sehr ordentlich und beschallt schon in mittlerer Lautstärke meine knapp 30 m² klar und deutlich. Der Bass ist für meine Ansprüche ausreichend – wer allerdings sehr kräftigen Bass möchte muss wohl zum optional erwerbbaren Sonos Sub (*) greifen, der mit knapp 700€ auch recht kräftig ins Budget schlägt. Die Höhen klangen ebenfalls zu keiner Zeit blechern und ich war in 99% der Fälle vollkommen zufrieden mit dem Klang. Das ist natürlich rein subjektiv und kommt im Preis-Leistungsverhältnis sicher nicht an ein kabelgebundenes 5.1 Soundsystem heran – das ist aber hier auch nicht unbedingt die angesprochene Zielgruppe.

Bedenken sollte man natürlich, dass mit einem Lautsprecher noch kein vollkommener Stereo-Sound möglich ist. Hier kann man allerdings über einen weiteren Play:5 (bzw. zwei Play:3) diese in Reihe schalten und hat dann echten Stereo-Sound.

Alternativ vewendet man sie halt in verschiedenen Räumen und jede Person im Haushalt kann ihre eigenen Lieder hören. Dabei erweitert jeder Lautsprecher auch sein eigenes Sonos-Netzwerk, sodass auch weit entfernte Lautsprecher noch eine Verbindung zur Bridge bekommen. Netter Nebeneffekt: Durch den LAN-Anschluss der Play:5 könnt ihr andere Netzwerkgeräte ohne expliziten WLAN-Empfänger ins Netz bringen. Außerdem kann man mit etwas Aufwand und einem gerooteten Android-Smartphone die Login-Daten für Sonos auslesen und somit diese als WLAN-Reichweiterverstärker nutzen. Dies aber nur am Rande.

Fazit

Ich bin nach einer Woche Test vollkommen zufrieden mit dem Sonos Play:5 (*) und der Preis von 359€ + 45€für die Bridge (*) ist in meinen Augen gerechtfertigt. Hört sich im ersten Moment viel an, aber die Qualität, die Software inklusive der angebotenen Apps und die einfache Einrichtung machen einfach Spaß – genau das soll Technik im Endeffekt ja auch immer bieten. Klanglich leisten sie einen sehr guten Sound, was man im ersten Augenblick beim Anblick gar nicht vermuten würde.

Abzüge gibt es allenfalls in der B-Note. Die bestehende Software ist klasse, aber gerade weil diese gut funktioniert kann man diese ruhig um weitere Plattformen (Linux, Windows Phone) erweitern, um das Angebot einfach für alle Benutzer abzurunden. Außerdem fehlt mir Google Play Music, ich hoffe allerdings das hier demnächst noch etwas kommt. Zudem darf man SoundCloud gerne auch über die Sonos-Labs (von externen Entwicklern bereitgestellte Schnittstelle über die z.B. Rdio integriert wurde) bei Auslieferung hinzufügen – technisch ist es ja ohne Probleme bereits möglich. Für mich nicht entscheidend, aber für manche eventuell nervig ist die fehlende Unterstützung von AirPlay in der Standardauslieferung. Ihr braucht also zusätzliche Geräte wie Airport Express (*) um AirPlay mit Sonos zu nutzen.

Außerdem solltet ihr beachten, dass Sonos maximal 65.000 Lieder in eurer Bibliothek verwalten kann. An die Größe dürften die allerwenigsten kommen, vor allem wenn sie Streaming nutzen. Wer aber eventuell viele Hörbücher mit sehr vielen kleinen Titeln hat, könnte hier Probleme bekommen.

Wer das nötige Kleingeld übrig hat, findet bei Sonos in jedem Fall qualitativ gute Geräte die aber auch einen stolzen Preis haben. Dafür sind sie aber auch sehr preisstabil und haben dementsprechend einen guten Wiederverkaufswert.

Die mit einem Asterisk (*) markierten Links sind Affiliate-Links zum Partnerprogramm von Amazon. Die dadurch generierten Einnahmen tragen zum Erhalt dieser Seite bei.

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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9 Antworten

  1. Andre sagt:

    hi, danke für den Bericht. Eine Kleinigkeit möchte ich ergänzen. Deine Bemerkung

    „Bedenken sollte man noch, dass alle Sonos-Produkte zwar drahtlos
    eingesetzt werden können, aber diese Funktionalität erst mit der
    Sonos-Bridge erreicht wird. Ansonsten kann man diese nur per
    Ethernet-Kabel anschließen“
    ist so nicht vollständig. Man muss eine Station (Bridge oder Play:3 oder Play:5) per Kabel ans Netzwerk anschließen. Alle weiteren Geräte sind dann drahtlos nutzbar. Wenn also der Router günstig steht, reicht es, z.B. ein Play:3 per kabel anzubinden. Alle weiteren drahtlos ..

  2. Bastian sagt:

    Was ich schade finde ist, dass es keine Satelliten gibt. Um einen Raum mit mehreren Lautsprechern auszustatten benötigt man jedes Mal eine weitere Play-Station. Das wird ganz schön teuer.

  3. jan sagt:

    Ist so immer noch nicht korrekt. Man muss die sonos Boxen nur zur Anmeldung einmal per Kabel an den Router hängen. Danach geht alles über WLAN. Sprich: es braucht keine permanente Ethernet Verbindung zu den sonos. Es sei denn man nutzt die Bridge, die per definitionem immer mit dem Router verkabelt ist, soweit ich weiß

    • Mr. X sagt:

      Hmm, glaub ich nicht. Wozu bräuchte man dann eine Bridge? Ich glaube mindestens eine Komponente muss per Ethernet angebunden sein. Also, entweder eine Bridge oder eine Play…

      • Mr. Y sagt:

        Entweder ein Play oder eine Bridge müssen per kabel am Router hägen, um den Internetzugang für die Sonos Geräte zur Verfügung zu stellen. Alle weiteren Geräte verwenden dann das Sonos WIFI Netz und benötigen keine kabelgebunde Netzwerkverbindung.

        • Stephan sagt:

          Das stimmt nicht! Man richtet per Ethernetkabel ein. Gibt dann bei der Einrichtung das WLAN PW an und kann dann das Ethernetkabel verbannen. Die Bridge ist eher für die Soundbar oder als Repeater gedacht!
          Es reicht definitiv ein Play 1/3/5 und eine Sonosapp (Android/IOS/Mac/Win).
          Bei der Einrichtung per Wire, steht die Verbindung kann das Kabel kappen!

  4. Netzwerkplayer sagt:

    Hallo!

    Danke für diesen Artikel. Wirklich spannend. Ich bin immer wieder am überlegen, was ich von Sonos und der Klangqualität halten soll. Ich finde vor allem die großen Netzwerkplayer sind mittlerweile top.

    Grüße,
    Ulf

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