Macbook Air

Testbericht MacBook Air 13,3 Zoll (2013) und warum es das beste Gerät für meine Bedürfnisse ist

Lange Zeit war ich sehr unschlüssig, ob ein Macbook Air wirklich das richtige für mich ist. Bevor ich genauer auf das Gerät eingehe, schildere ich euch wohl besser zuerst meine Gedanken und bisherige Erfahrungen mit Notebooks und meinem generellen Workflow. Dadurch bekommt eventuell mancher Leser einen detaillierten Einblick, weshalb ich mich schlussendlich für das Macbook Air und gegen einige attraktive Alternativen entschieden habe.

Voraussetzungen an die Hardware

[dropcap]W[/dropcap]as ich für meine zukünftige Aufgaben benötigte war nach langjährigen Erfahrungen mit verschiedenen Notebooks sehr schnell formuliert. Ich setzte seit knapp zwei Jahren ein Notebook ein, welches zwar ordentlich Power besaß (i7-Prozessor, 8 GB RAM, SSD) aber für mich im täglichen Einsatz immer mehr nervte. Es war einerseits auf Dauer zu schwer (2,7 kg) und die Akkulaufzeit war zuletzt auch nichtmal mehr 2h bei normalen Tätigkeiten, die den Rechner kaum belasteteten.

Macbook Air
Es musste also ein neuer Dauerläufer her, der mir eine sehr gute Akkulaufzeit bietet und dabei in der Tasche nicht großartig auffällt, dass man gerade einen schweren Klotz mitschleppt. Der erste Gedanke war bei mir ein Ultrabook, denn Intel wird in seinen Marketingkampagnen nicht müde zu betonen, dass gerade die Ultrabooks die angesprochenen Punkte perfekt erfüllen. Also beschäftigte ich mich zuerst mit dem ASUS Zenbook Prime und die Samsung Series 9, denn diese sahen nicht nur schick aus, sondern erfüllten formal auch meine Anforderungen.
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Schlussendlich war mir bei der Entscheidung wichtig, dass es ein Premiumprodukt ist und in jedem Fall mit der aktuellen Haswell-Architektur von Intel ausgestattet ist, denn diese ist besonders energieeffizient und garantiert somit starke Akkulaufzeiten. Ich hatte die beiden erwähnten Windows-Notebooks in der Hand und auch jeweils ein paar Tage im Einsatz, aber letzlich bestellte ich mir mein erstes Macbook Air in der 13-Zoll Variante, da es gerade eine Rabattaktion gab und sich der Preis nicht mehr unterschied. Apple wird gerne nachgesagt, dass sie Premiumprodukte anbieten, die auch einen stattlichen Preis besitzen, in diesem Fall muss man aber neidlos anerkennen, dass andere Konkurrenten mit der gleichen Ausstattung preislich meist gleich oder sogar höher einsteigen.[/column]
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You almost miss it
CC BY 2.0 You almost miss it von Travis Isaacs
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Diesen Kritikpunkt kann ich nach einigen Apple-Produkten aber wohl maximal noch für das iPhone gelten lassen, ansonsten ist der Preis zwar teuer, aber vergleichbar zur Konkurrenz bei ähnlichen Spezifikationen.

Technische Spezifikationen

Das Macbook Air 2013 mit 13 Zoll glänzt mit vielen guten Spezifikationen, sofern man bedenkt, dass es sich hier um eine Kategorie der mobilen Arbeitsgeräte handelt. Absolute Leistung steht hier nicht im Fokus, sondern ein angemessenes Verhältnis zwischen guter Leistung und langlebiger Akkulaufzeit. Die vollständigen Spezifikationen könnt ihr auf den offiziellen Seiten von Apple nachlesen. Ich fasse hier nur die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte zusammen, die meine Einsteigerkonfiguration aufweist (kann natürlich vor dem Kauf selbst von euch höher aufgerüstet werden).

Detail MBA 13 Zoll Anmerkung
Displayauflösung 1440×900 Full-HD wäre in 2013 zwar angemessen, aber man kommt erstaunlich gut damit zurecht
Prozessor Intel Core i5 (Haswell) Kein absolute Oberklasse aber mit dennoch ausreichend guter Leistung
Arbeitsspeicher 4 GB RAM Zwar sind auch 8 GB möglich, der Aufpreis ist aber zu hoch, als das er sich lohnen würde
SSD-Kapazität 128 GB 256 GB oder 512 GB möglich – wer viel Platz braucht sollte die größere Version bestellen
Gewicht 1,35 kg Sehr leicht und angenehm zu tragen – die Konkurrenz ist da aber ähnlich gut
Grafik Intel HD 5000 Bis zu 40% mehr Leistung bei grafiklastigen Anwendungen laut Apple
Akkulaufzeit bis zu 12h bei Videowiedergabe 10h – Diese werden erstaunlicherweise erreicht
Anschlüsse 2x USB 3.0, Thunderbolt, Kartenleser ich würde mir ein HDMI-Anschluss wünschen

Je nach Konfiguration zahlt ihr dann einiges mehr, es gilt also vorab genau zu überlegen, welche Ansprüche man an das Gerät hat. Benutzt ihr viele VMs, viel Videoschnitt und muss das Gerät ein wahres Arbeitstier sein dann würde ich generell eher zum Macbook Pro oder einem anderen Windows-Gerät raten. Aber beispielsweise beim eingebauten Flashspeicher für eure Daten gilt es abzuwägen, ob 128 GB ausreichen – aufrüsten ist später nicht!

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Macbook Air Front

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Ich arbeite hauptsächlich im Web, daher habe ich die kleinste und günstigste Option genutzt, denn viele große Daten liegen in der Cloud und die wichtigsten Anwendungen erzeugen bei mir keine riesigen Datenmengen. Im Gesamturteil ist das Macbook Air konkurrenzfähig gemäß der technischen Spezifikationen. Nicht mehr und nicht weniger.
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Das Macbook Air im Alltag

Dieser Teil beschreibt meinen Einsatz des Macbook Air in all den Situationen, in denen ich es bei mir hatte. Ich möchte weder lange Benchmarks zeigen, noch die Leistung bei den verschiedensten Programmen bis ins Einzelne messen, sondern mehr berichten, wie sich das Macbook Air subjektiv schlägt.

[pullquote-left] Das Macbook Air erledigt alle gängigen Aufgaben ohne Beanstandung. [/pullquote-left]

Die meiste Zeit verbringe ich mit dem Gerät unterwegs, wenn ich keinen großen Bildschirm benötige (dafür habe ich noch einen älteren iMac im Haus). Es erledigt alle gängigen Aufgaben ohne Beanstandung. In meinem Fall war dies einige Texte für die Arbeit zu schreiben, Tabellenkalkulationen, Präsentationen ausarbeiten, Mails, surfen und ein wenig Bildbearbeitung. Generell nichts was riesige Leistung benötigt und daher für den Preis auch völlig erwartbar, dass ihr da mit keinerlei Einschränkungen leben müsst.

Keyboard
CC BY 2.0 Keyboard von Travis Isaacs

Für viele dieser Arbeiten benötige ich intensiv eine gute Tastatur und die ist am Macbook Air hervorragend, ebenso wie ein wirklich gutes Trackpad mit vielen unterstützten Gesten, die ich bei der Konkurrenz teils schmerzlich vermisse. Natürlich gibt es positive Ausnahmen, aber sowohl bei ASUS, als auch bei Samsung war die Qualität der Tastatur und des Trackpads gut, aber kamen nicht ganz an diese Qualität heran. Dafür muss sich der Einsteiger zu Beginn an das leicht andere Tastaturlayout gewöhnen und selbst die eingängigen Gesten brauchen eine Einarbeitungszeit, bevor sie einem wirklich helfen und man sie zu schätzen lernt.

Leistungstechnisch kam ich nie wirklich an die Grenze des Macbook Air, aber ich bin da auch nicht derjenige der extrem viel Leistung in seinen Anwendungen benötigt. Zum Test nutze ich Screenflow 4 um ein paar kürzere Screencasts von ca. 30 Minuten Länge aufzunehmen. Das anschließende rendern des Videos mit ein paar Bearbeitungen brauchte konsequenterweise ca. 25% mehr Zeit, als auf meinem alten Rechner mit einem i7 und einer starken Grafikkarte, aber in akzeptabler Zeit ist das gut zu bewerkstelligen, wenn man dies nicht täglich machen muss.

Besonders wichtig war, wie eingangs bereits beschrieben, die gebotene Akkulaufzeit. Apple wird gerne lobend zugute geführt, dass die angegebenen Daten realistisch sind und kein reines Marketingversprechen. Für meinen Teil kann ich das ebenfalls bestätigen. 12 Stunden konnte ich in mehreren Fällen erreichen, wenn ich hauptsächlich im Browser unterwegs war und die Displayhelligkeit auf 50-75% die meiste Zeit eingestellt war. Es ist kein bloßes Versprechen seitens Apple, dennoch kann es je nach Anwendungsszenario natürlich schneller wieder an die Steckdose gehen.

Ein kompletter Tag ohne Netzteil ist durchaus im Bereich des machbaren. Angetan hat es mir dabei die Standby-Zeit, denn wenn man einfach den Bildschirm einfach zuklappt und es in die Tasche einsteckt verliert es so gut wie keinen Akku. Damit ist es sofort wieder einsatzbereit, wenn ich es unterwegs schnell brauche, was ich früher nur mit Ruhezustand erreichen konnte, wo ich aber immer warten musste, bis alles aus wieder in den RAM geladen war.

Zwiegespalten bin ich mit dem Betriebssystem Mac OS X, genauer gesagt 10.9 Mavericks, welches kostenfrei von euch im App Store aktualisiert werden kann. Für den Konsumenten ist die zukünftige Ausrichtung von Apple zweifelsohne von Vorteil. Normalerweise kostete jedes Upgrade von Mac OS X einen gewissen Betrag und die Produktiv- (Keynote, Pages, Numbers) und Kreativprogramme (iMovie, iPhoto, GarageBand) sind kostenlos dabei und definitv ein Mehrwert gegenüber einem blanken Windows. Ich komme aber ohne die Office-Programme von Microsoft noch nicht aus, wenn ich mit Arbeitskollegen die Dateien austausche und bearbeite.

Allgemein gesprochen läuft Mac OS X ausgesprochen performant und lässt einen produktiv arbeiten. Persönlich bin ich allerdings kein großer Fan von iTunes und dem App Store. Mir ist dies teilweise etwas zu eingeschränkt, wie Apple sein Betriebssystem abschotten will. Lade ich ein Programm aus dem Internet herunter (was glücklicherweise im Gegensatz zu iOS relativ problemlos möglich ist) bekomme ich Warnungen, dass der Entwickler nicht zertifiziert ist (Beispiel war das FTP-Programm Filezilla) und man muss es mit einem Rechtsklick öffnen oder allgemein die Sicherheitseinstellungen herabsetzen. Der Linux-Weg mit den Paketmanagern gefällt mir besser, dafür ist die Qualität der Anwendungen und das Design zugegebenermaßen in einigen Bereichen deutlich hochwertiger bei Mac OS X.

Die Botschaft an die Konkurrenz Microsoft ist dafür mehr als deutlich. Wir liefern die Hardware und versorgen alle Käufer unseres Produkts mit jeder Menger hochwertiger Software, die noch dazu über mehrere Jahre aktuell gehalten wird und dem Stand der Zeit entspricht, ohne das er dafür etwas machen muss außer das Update anzuwerfen. Der Käufer kann sich also relativ sicher sein, dass er sein Gerät die nächste Zeit bequem weiternutzen kann, ohne anfallende Zusatzkosten für die gängigsten Programme und das zugrunde liegende Betriebssystem.

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MacBook Air 13'' 256GB SSDCC BY 2.0 MacBook Air 13“ 256GB SSD von Jun Seita

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Am Ende des Tests waren es vermehrt nur Kleinigkeiten, die schlussendlich die Kaufentscheidung pro Apple für mich gegeben haben. Fairerweise muss man den anderen Herstellern ebenfalls zugute halten, dass ihre Produkte keineswegs deutlich schlechter sind. Wer beispielsweise seine wichtigsten Programme nur unter Windows vorfindet wird dort glücklicher werden. und teilweise haben sie bei der Hardware natürlich auch Vorteile aufzuweisen.

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Viele stört beispielsweise die nicht mehr ganz zeitgemäße Auflösung und hätten von Apple ein Full-HD-Display erwartet, schließlich gilt Apple bei vielen als Vorreiter in Sachen Retina-Displays. Hier hat man aber mehr den Fokus auf energiesparsamere Komponenten gelegt und ich persönlich mag mehr Akku lieber, als ein etwas schärferes Display und finde die aktuelle Auflösung noch ausreichend. Wer damit nicht auskommen mag, findet bei der Konkurrenz dafür gestochen scharfe Displays.

Fazit

Für mich hat das Gesamtkonzept bei Apple gestimmt. Als passionierter Linux-Nutzer ist der Umstieg deutlich schneller vollzogen, da der technische Unterbau sich dann doch ähnelt. Die Verarbeitungsqualität ist hervorragend und die verwendeten Materialien bieten keinen Anlass für Kritik. Ein paar Anschlüsse mehr könnten nicht schaden und um das Gerät an einen Beamer anzuschließen muss man weitere Adapter kaufen, genauso wenn ich das Macbook Air an einen externen Monitor anschließen möchte.

Bei den Windows Notebooks war nach meiner Ansicht die Tastatur und das Trackpad etwas schlechter, zudem wollte ich mich nicht mit Windows 8 anfreunden und alle Treiber funktionieren bei Linux auf den neuesten Geräten nicht immer. Dazu liefern die Hersteller gerne mal unnötige Crapware mit, wo man entweder langwierig deinstalliert oder gleich eine komplette frische Neuinstallation vor sich hat. Bei Mac OS kann ich direkt loslegen. Wie bereits erwähnt sind das alles Kleinigkeiten, aber sie machen mir eine Empfehlung für das Macbook Air bei den beschriebenen Anwendungszenarien leichter.

Das Macbook Air hat sich schon nach wenigen Nutzen perfekt in meinen Alltag integriert und ich möchte es nicht mehr missen, da es einen selten im Stich lässt, sowohl auf der Leistungsseite, als auch in Sachen Akku. Der Preis von ca. 1099€ (*) bei Amazon oder dem Händler eures Vertrauen sind angemessen.

Veröffentlicht von

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

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