Offizieller Ubuntu-Installer für das Nexus 7 für Ubuntu 12.04 und 12.10 veröffentlicht + Video

Die Entwicklung von ubuntu auf den mobilen Plattformen nimmt so langsam Fahrt auf. Nachdem ich vor gut einer Woche ein kurzes Video vorgestellt hatte, welches einen ganz kurzen Einblick vermittelte, dass Ubuntu auf dem Google Referenzgerät Nexus 7 läuft, gibt es gute Neuigkeiten für alle Tester unter euch.

Inzwischen kann sich jeder den offiziellen Installer besorgen und Ubuntu auf dem Nexus 7 selber testen, oder euch hier einen kurzen Eindruck verschaffen.

Ubuntu Nexus 7 Installer

Ihr benötigt zum Installieren folgendes:

  • Nexus 7 Tablet in der 8 GB oder 16 GB Variante (ob die wohl bald kommende 32 GB Variante unterstützt wird ist noch unklar)
  • Micro USB Kabel (sollte bei eurem Nexus 7 dabei gewesen sein)
  • Ubuntu 12.04 oder 12.10 als Betriebssystem
  • Ubuntu Nexus 7 Desktop Installer

Bis auf den letzten Punkt, solltet ihr also bereits alles griffbereit haben. Den Installer bekommt man über ein auf Launchpad liegendes PPA:

sudo add-apt-repository ppa:ubuntu-nexus7/ubuntu-nexus7-installer
sudo apt-get update
sudo apt-get install ubuntu-nexus7-installer

Als nächstes müsst ihr den gesperrten Bootloader freischalten, mit dem das Nexus 7 in der Auslieferung kommt. Man kann diesen recht einfach freischalten, eine genaue Anleitung findet ihr im Wiki bei Ubuntu. Anschließend könnt ihr das Gerät mit eurem PC verbinden und einfach im Dash nach Nexus suchen, wo ihr den Installer aufrufen könnt.

Dash Installer

Achtung: Beachtet, dass keine weiteren Geräte per USB verbunden sind, da der Installationsassistent danach direkt das aktuelle Image herunterlädt und direkt auf das angeschlossene Gerät spielt.

Das flashen selbst dauert ca. 2 Minuten, danach startet euer Gerät neu und vollzieht die endgültige Installation, welches nochmal ca. 15-20 Minuten in Anspruch nehmen kann. Derzeit ist es allerdings nur ratsam zum Testen(!) und noch längst nicht als Produktivsystem geeignet. In der Standardinstallation fehlen LibreOffice oder auch Thunderbird, um die Größe relativ gering zu halten. Zudem reagiert die Oberfläche noch ziemlich langsam und das ganze ist nicht für eine wirkliche Touch-Bedienung ausgelegt, hier liegt noch einiges an Arbeit vor den Entwicklern.

Zudem kann man etliche Probleme im Wiki einsehen, welche für den frühen Entwicklungsstand aber vollkommen normal sind. So ist z.B. der RAM noch ein größeres Problem, da der Desktop selbst viel RAM verbraucht steht nicht genug für andere Programme manchmal zur Verfügung. Echtes Multitasking mit vielen Programmen gleichzeitig wird derzeit nicht funktionieren. Man schlägt daher kurzfristig vor zRam zu installieren, mittels:

sudo apt-get install zram-config

Zudem funktioniert der Sound nicht direkt nach dem ersten Start, Bluetooth wird zwar angezeigt kann aber noch nicht mit anderen Geräten pairen, Webcam wird nicht unterstützt und auch ein Rechtsklick kann bisher nicht ausgeführt werden. Zum Teil erscheint auch nicht die Tastatur, wenn man in entsprechende Textfelder klickt, z.B. kann man dies bei LibreOffice nachvollziehen, wenn man dieses nachinstalliert. Derzeit kann man sich mit einem entsprechenden Symbol oben in der Benachrichtungsleiste behelfen.

show_onboard

Bisher werden auch keine (Sicherheits-)Updates verteilt. Man merkt also, dass dies hier wirklich nur für mutige Tester und insbesondere Entwickler gedacht ist, euer Android kann es noch nicht ersetzen. Programme wie Gimp laufen allerdings bereits einigermaßen und können bereits benutzt werden, welches sicherlich ein großer Vorteil wäre, sobald eine stabile Version genutzt werden kann.

Ubuntu Nexus 7 Gimp

Abschließend könnt ihr euch noch ein längeres Video anschauen, welches ebenfalls den aktuellen Stand zeigt und auch auf aktuelle Probleme näher eingeht.

Das die aktuelle Performance und die angesprochenen Probleme behoben werden müssen ist sicherlich jedem klar. Daher kann man auch bei Victor Palau im Blog einige Ziele für die kommenden Versionen einsehen, u.a. soll auch die Akkulaufzeit verbessert werden und die wichtigsten Apps wie Browser, E-Mail Client, Video Player & Co in möglichst unter 3 Sekunden starten.

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