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Beispiel

MyPaint – Zeichenprogramm für kreative Künstler

| 8 Kommentare

Kreative Künstler unter uns? Ich persönlich bin auf diesem Gebiet weitestgehend untalentiert, dennoch möchte ich einmal MyPaint näher vorstellen, welches nach meiner Meinung wirklich klasse Möglichkeiten für die Künstler unter euch bietet.

Ich als kreative Niete hänge einfach mal mein eben erstelltes Bild an, wenn man es als solches bezeichnen möchte, welches einfach einmal so ziemlich alle Pinsel und Werkzeuge benutzt hat, die MyPaint so in der Standardinstallation bietet. Um niemanden zu verschrecken hier noch einmal ein paar wirklich gute Umsetzungen, die mit MyPaint gemacht wurden.

Beispiel

Die Installation geht leicht vonstatten, da sich MyPaint in den Paketquellen befindet; ein einfaches

 sudo apt-get install mypaint

bzw. eine Suche im Softwarecenter führt zum Ziel. Allerdings befindet sich hier wie so oft nicht die aktuellste Version von MyPaint (0.9.1).  Die aktuelle Version 1.0 liegt aber in einem PPA und wird auch regelmäßig mit Updates versorgt. Dazu einfach folgendes in der Konsole eingeben;

sudo add-apt-repository ppa:achadwick/mypaint-testing 

sudo apt-get update
sudo apt-get install mypaint

Übrigens ist MyPaint auch für Windows in 32 und 64-bit unter der Downloadseite erhältlich.

Was sind nun die Kernfunktionen, die das Arbeiten mit MyPaint angenehm machen?

Wie es sich für Künstler mit Anspruch gehört unterstützt MyPaint Grafiktablets von Wacom & Co, um die Druckempfindlichkeit auf den Bildschirm zu bringen, was bei Einsatz der Maus bekanntermaßen schwierig ist.  Vorab sei natürlich gesagt, dass man MyPaint nicht mit Gimp vergleichen kann, da sie auch weitestgehend andere Ziele verfolgen. Während Gimp vorwiegend zur Manipulation von Bildern eingesetzt wird, wählt MyPaint hier den Weg der möglichst maximalen Vereinfachung der Benutzeroberfläche um die maximale Kreativität für den Benutzer zur Verfügung zu stellen und ihm möglichst wenig Ablenkungen zu bieten, wodurch natürlich keine Funktionen wie Zuschneiden, Farbkurven etc. angeboten werden. Hierfür müsste man dann das fertige Bild in Gimp oder eine andere Lösung laden.

Genau diese einfache Oberfläche macht für mich MyPaint wirklich großartig. Als Beispiel hier zunächst die Oberfläche mit den wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten:

MyPaint

Wie im oberen Bild gezeigt, liegt der Kernfokus auf dem Bild. All die Dialoge oben können perfekt mit einzelnen Tastenkombinationen schnell ein- und ausgeblendet werden. Wenn man mit MyPaint arbeitet wird man sich vorwiegend mit den wirklich zahlreichen Pinseln bewegen. Diese blendet man mittels B flexibel ein und aus.

Leider merkt man vielleicht auch an den Screenshots, dass die Übersetzung noch sehr durchwachsen ist. Ein paar Menüpunkte sind Deutsch, ein paar Englisch und bei den Pinseln sind die Kategorien der Pinsel (Deevad, Ramón) sicher auch nicht sofort selbst erklärend, wenn man sie nicht selbst ausprobiert.

Möchte man den Pinsel vergrößern (F) oder verkleinern (D), so geht dies ebenso einfach über Tastenkürzel, wie Rückgängig (Z bzw. auch Strg + Z) und Redo (Y), sowie die Farbauswahl (G).  Zusätzlich bietet MyPaint noch die Möglichkeit der bekannten Ebenen. Standardmäßig wird man immer mit einem weißen Hintergrund begrüßt beim Start eines neuen Bildes, über das Menü Ebenen und Hintergrund hat man jedoch die Möglichkeit zahlreiche verschiedenen Hintergründe für sein Bild auszuwählen.

Mittels Strg + Bild auf kann man schnell neue Ebenen anlegen und mit Bild auf bzw. Bild ab schnell zwischen den Ebenen hin- und herschalten.  Ist man mit seinem Bild am Ende, hat man die Möglichkeit sein Bild in 3 verschiedenen Formaten abzuspeichern:

  • PNG
  • JPEG
  • ORA (OpenRaster, welches als einziges die Ebenen erhält)

Schade ist in diesem Zusammenhang, dass das Gimpformat XCF nicht direkt unterstützt wird um das Bild dort direkt weiter zu bearbeiten. Hierfür gibt es jedoch ein Gimp Plugin, welches den Import ermöglicht.

Eine weitere Stärke von MyPaint ist die Pinselvielfalt und die Möglichkeit über den integrierten Pinseleditor seine ganz eigenen Pinsel mit allen Einstellungsmöglichkeiten zu entwerfen, siehe auch das Bild unten.

Pinseleditor

Weitere Pinsel und wie diese Installiert werden, findet man hier.

Fazit

Insgesamt halte ich MyPaint für eine sehr gut umgesetzte Lösung, welches den Künstler in seinem Kreativprozess gut unterstützt und ihm die Werkzeuge gibt, die er hauptsächlich braucht.

Das PPA ist stabil, jedoch schreiben die Entwickler, dass es durchaus einmal sein kann, dass hier ein paar experimentelle Funktionen einfließen, die die Stabilität von MyPaint beeinträchtigen können.

Lediglich die Übersetzung könnte noch konsistenter sein, jedoch ist hier natürlich auch die Community gefragt. Zusätzlich lohnt ein Blick in das Wiki von MyPaint bei dem ihr weitere Informationen zur Mitwirkung, sowie Tutorials und Dokumentationen findet.

 

8 Kommentare

  1. ich finde den ganzen blogeintrag äußerst merkwürdig.

    erst weist du ein paarmal darauf hin dass du kein künstler, ja sogar auf dem gebiet eine niete bist, aber dann (überspitzt formuliert) nimmst du dir trotzdem das recht heraus zu sagen dass das eine tolle software für künstler ist.

    komisch halt.
    no offense.

    • Kann ich dir leicht erklären, ich habe mir angeschaut was Künstler damit gemacht haben, siehe auch den verlinkten Beitrag. Mit den Möglichkeiten halte ich es für gut, auch wenn ich damit nicht umgehen kann kreativ ;)

  2. Also, ich kann noch einige Hintergrundinfos liefern, falls diese dich interessieren. Die Pinselgruppen heißen deswegen so merkwürdig, weil dies die Namen der Ersteller sind. Die MyPaint Entwickler haben halt die Möglichkeit bekommen, diese direkt mitzuliefern (was meiner Einsicht ein rießen Schritt ist, denn ohne diese Pinsel ist die Software auch nur halb so gut).

    Das OpenRaster Format ist ein eben ein von Freedesktop bzw. dem Open Document Format entwickelter Successor von dem PSD Format. Dieses als Standard zu nutzen ist nicht ganz unwichtig, zeigt es doch jetzt vielleicht schon Schwächen während es noch nicht 100%ig zementiert ist. Mal unabhängig davon, dass GIMP 2.8 .ora Standardmäßig unterstützen wird.

    Die neueste Version von MyPaint beherrscht übrigens den Single-Window, was ein lang ersehntes Feature ist.

    Ich zeichne alle meine Comics mit MyPaint und finde das Programm absolute Spitzenklasse – GIMP kann mit der Zeichenperformance nicht im leisesten mithalten.

    • Danke Wutzara für die Zusatzinformationen!

      Das erklärt mir jetzt auch die beim ersten Betrachten seltsamen Namen der Pinsel.

    • Eine kurze Frage, rein aus Interesse:
      malst du deine Comics wirklich ganz (!) mit MyPaint oder zeichnest du irgendetwas vor und scannst es dann ein, zur Weiterverarbeitung?
      Es scheint mir ziemlich schwer mit einem Touchpad und Mypaint vernünftige Ergebnisse zu erzielen, so wie mit Stift und Papier.
      Wobei ich auch nicht weiß, wie das richtige Comic Zeichner heutzutage so machen.

      • Es ist wohl auch eine Frage der Übung. ;-) Ich habe erst seit kurzem eine Grafiktablet. Die ersten Stunden verzweifelt man, aber irgendwann platzt der Knoten und so ganz langsam werden die Bilder im Kopf und auf dem Bildschirm immer ähnlicher.

        Wutzara wirds wohl ähnlich gehen… *mutmass*

        Tipp zum Üben: Einfache Bilder in den Hintergrund legen und dann nachzeichnen. Bei mir ging dieser Weg ganz gut.

      • Jup ich zeichne alle meine Comics mit MyPaint. Ich werd die Tage mal ein, ich sag mal vorsichtig, Tutorial veröffentlichen, in dem ich meinen Workflow beschreibe. Ich zeichne direkt in MyPaint vor, und mache anschließend eine Reinzeichnung. So würde man auch Analog vorgehen.

        Wenn ich mal was gezeichnet habe, was von den Proportionen her nicht passt, so lade ich das in Gimp und transformiere soweit bis es mir passt. Dann wieder zurück zu MyPaint und weiter skizzieren. Wenn die Reinzeichnung fertig ist, benutze ich wieder Gimp um die einzelnen Figuren als separates Bild abzuspeichern. Diese Teile füge ich dann in Inkscape zu einem Comic zusammen. Also Rahmen, Sprechblasen und Lettering (der Text) werden komplett in Inkscape gemacht.

        Wie Fritz schon andeutet, das Handling mit einem Grafiktablett ist reine Übungssache, macht aber ab einem gewissen Punkt unheimlichen Spaß. Wichtig ist vorallem, das man dabei nen Baumwollhandschuh trägt, um nicht ständig an der Oberfläche kleben zu bleiben (die gibts in der Apotheke).

        Pfiad eng

  3. @ Wutzara :Mal eine kleine Frage am Rande.
    Wenn man MyPaint eigentlich nur zum Entwickeln erster Entwürfe nutzen möchte/kann, wozu braucht man dann da eine so riesige Pinselauswahl? Inken, Coloring etc. wird ja wohl mit anderen Programmen gemacht bzw scheint es mir sinnvoller andere Programme für das ” Finishing” zu nutzen. Nach meiner Erfahrung bleibt vom Originalentwurf ja dann sowieso nicht mehr viel übrig. Daher scheint mir die angepriesen “Stärke” der tollen Pinselauswahl von MyPaint etwas fragwürdig.

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