Google Webanwendungen

Folgend möchte ich einmal kurz meine häufig genutzten Google-Anwendungen aufzählen und welchen Vorteil sie in der täglichen Praxis bringen. Der Beitrag wird wohl demnächst noch aufgespaltet, für einen ersten Überblick schreibe ich die populärsten Anwendungen zunächst hier hinein. Ich stelle die Produkte erst einmal nur kurz vor, genauere Anleitungen folgen in späteren Beiträgen.

Google Mail 

E-Mails im Webbrowser abzurufen kennt sicher jeder, manche nutzen dazu noch Programme wie Outlook oder Mozilla Thunderbird. Diese Programme haben ihre Vorteile, insbesondere, wenn man viele einzelne E-Mail Konten hat.
Den höchsten Komfort mit vielen sinnvollen Funktionen bietet im Web eindeutig Google Mail an. Meines Erachtens bietet es folgende Vorteile für euch:

  • extrem großer Speicherplatz (derzeit über 7GB) – man muss dazu sagen, dass Yahoo Mail unendlichen Speicherplatz bietet, jedoch die Funktionen deutlich geringer sind
  • Anhänge wie Bilder, Officedateien (Word, Excel usw.) können direkt ohne herunterladen betrachtet werden
  • Möglichkeit Nachrichten anderer Konten per Pop3 abrufen zu lassen
  • sehr gute Filtermöglichkeiten und guter Spamfilter
  • Chat aus GoogleMail heraus möglich über Jabber (aber auch ICQ mit Anpassungen möglich)
  • Gruppieren von zusammenhängenden Nachrichten, zu einer Konversation
  • gute und intuitive Weboberfläche mit schickem Design
  • Kontakte können hinterlegt werden mit allen notwendigen Informationen
  • Mails können direkt als Aufgabe verknüpft werden

Unter den Einstellungen finden sich vielfältige Möglichkeiten der Anpassungen. Neben optischen Details wie dem Design, was Geschmackssache ist, findet man beispielsweise die Einstellungen zu den Labels. Labels ermöglichen es den Posteingang sehr feingranular aufzusplitten, je nachdem von welchem Absender die Mail stammt. Eine Unterteilung ist z.B. möglich in Familie und Bekannte oder berufliche E-Mails. Dies ordnet den Posteingang bei vielen eingehenden Mails ungemein.

Ich kann jedem raten, es einmal auszuprobieren und sich selbst ein Urteil zu bilden. Viele Funktionen findet man auch in Thunderbird & Co, allerdings muss ich mich hier um die Updates und die Einstellungen zum Teil selber kümmern und man hat diese nicht an jedem PC.

Für das tägliche Arbeiten hat Caschy von stadt-bremerhaven.de bereits viele interessante Beiträge geschrieben, die man sich bei Gelegenheit mal anschauen sollte für den Einsatz von Google Mail.

 Google Calender 

Sehr leistungsfähig gestaltet sich ebenfalls der Google Calender. Dort bietet sich die Möglichkeit, seine Kalendereinträge entweder über den Button Termin erstellen einzutragen, oder diesen einfach an dem jeweiligen Tag in der Kalenderspalte einzutragen. Für ein schnelles erfassen eines Termins rate ich zu dieser Vorgehensweise, da man sehr schnell durch einen Klick und den Betreff bereits den Termin mit einer Uhrzeit erfasst hat.
Für genauere Informationen nutzt man dann den Menüpunkt Termindetails bearbeiten, um Ort und weitere Details einzutragen. Zusätzlich kann man dort weitere Personen hinzufügen und eine Erinnerung einpflegen.
Hat man die Termine erfasst ist es sehr leicht möglich diese bei Terminveränderungen komfortabel per Drag&Drop auf einen anderen Tag oder eine andere Uhrzeit zu schieben oder am unteren Rand des Termins einfach die Uhrzeit zu verlängern.

Erinnerungen können in 3 Formen geschehen, per Mail, per Popup Fenster im Browser oder per SMS. Bei der SMS ist zu beachten, dass ihr zunächst eure Handynummer an Google überliefern müsst, dazu bekommt ihr eine einmalige SMS mit einem Freischaltcode, den ihr dann im Webinterface eintragt. Dann ist die Nummer registriert. Die SMS zu Terminen im Kalender sind immer kostenlos, es fallen also keinerlei Kosten an.

Eine Variante, die mir persönlich sehr gefällt ist die Möglichkeit, unterschiedliche Kalender zu abbonieren oder freizugeben. So kann man sich zum einen öffentliche Kalender abbonieren. Dazu gehören z.B. Feiertage, oder die Spiele der eigenen Bundesligamannschaft. Sofern sich diese mit eigenen Kalendereinträgen überlagern, kann man diese schnell auf der linken Seite ein- und ausblenden.

Eine andere optimale Möglichkeit ist, Kalender von anderen zu importieren, wenn diese im ical-Format vorliegen. Wer nicht auf die Weboberfläche vertraut, der kann sich die aktuelle Kalenderdatei auch in Mozilla Thunderbird oder Outlook importieren. Man muss lediglich vorher die Lightning-Erweiterung installiert haben.

 Google-Docs  

Eine meiner Lieblingsanwendungen ist Google-Docs (hierzulande auch als Google Texte und Tabellen bezeichnet). Es hat inzwischen bei mir gängige Standardanwendungen wie Microsoft Office oder Libre/OpenOffice.org vollständig abgelöst, da sie, zumindest für den Privathaushalt, ausreichend gute Funktionalität besitzen. Es stehen für den Schriftverkehr, für Tabellenkalkulationen und für Präsentationen Programme bereit, die sich fast genau wie Microsoft Office verhält. Die Oberfläche gleicht in der Menüstruktur der von OpenOffice oder den MS-Office Versionen bis 2003 (2007 und 2010 verwenden ja die Ribbon-Oberfläche).

Zusätzlich bietet Google noch ein ganz hilfreiches Zeichenprogramm, um schnell ein paar kleine Grafiken zu erstellen. Für umfangreiche Grafiken, sollte man allerdings eher auf ein professionelles Grafikprogramm zurückgreifen.

Welche besonderen Vorteile bietet mir nun Google Docs, weshalb es sich lohnen könnte zu wechseln von der klassischen Installation?

Eine der nützlichsten Funktionen ist definitiv die Möglichkeit der gemeinsamen Zusammenarbeit an Dokumenten. In Echtzeit können mehrere Personen an einem Dokument arbeiten und man sieht sofort die Änderungen die vorgenommen werden. Dies ist sehr praktisch für die Arbeit im Team. Man kann auch explizit einstellen, wer Änderungsrechte bekommen darf und wer sich das Dokument lediglich anschauen kann.

Eine weitere praktische Funktionalität ist die Änderungshistorie, in der man genau sehen kann, welche Änderungen in der Vergangenheit gemacht worden sind und von wem. Gleichzeitig kann man sehr einfach eine alte Version wiederherstellen, was u.U. sehr hilfreich ist.

Vorteilhaft ist, dass sie fast alle gängigen Formate in Google Docs laden können. egal ob es .docx, .odt oder andere Formate wie PDF sind und auch diese Formate wieder exportieren können. D.h. man kann dadurch leicht den Umstand umgehen, dass Word häufig Dokumente anderer Office-Suiten gar nicht lesen kann oder schlecht konvertiert bzw. darstellt.

Eine noch relativ neue Funktion, die dem einen oder anderen aber helfen kann, ist die Möglichkeit der OCR Erkennung von eingescannten Dokumenten, die in Google Docs hochgeladen werden. Meine Erfahrungen waren bisher recht gut, wenn es gängige Schriftarten wie Arial oder Times waren. Mit der Texterkennung ist es also ohne großartige Software möglich Dokumente zu bearbeiten und einzulesen.

Google Picasa (bald Google Photos)

Google bietet eine gute Anwendung mit dem Namen Picasa, um seine Fotosammlung komplett online stellen zu können. Standardmäßig hat der Nutzer nur 1GB an Speicherplatz zur Verfügung. Besitzt man aber ein Google+ Konto fallen alle Fotos mit einer maximalen Kantenlänge von 2048px nicht zu diesem Speicher an! (Ohne Google+ gilt es lediglich für 800px)

Dies ist für die Speicherung ein fast unschlagbares Angebot. Allerdings muss man ganz klar sagen, dass es weniger geeignet ist für Personen, die gerne eine Community im Hintergrund haben und Bilder bewerten, kommentieren und ähnliches. Diese findet man eher bei Flickr vom Anbieter Yahoo oder anderen Fotocommunitys. Hier kommt man dann allerdings sehr früh an Speichergrenzen, insbesondere bei Bildern mit hohen Auflösungen, sodass man in bezahlbare Premiumaccounts investieren müsste.

Da Google immer auf Expansionkurs ist, haben sie einige Firmen jedes Jahr aufgekauft und in ihr Angebot integriert. So bieten sie für den Dienst Picasa auch eine Desktop-Applikation an, mit der man grundlegende Bildbearbeitungen durchführen kann (z.B. rote Augen entfernen) oder Bilder leicht mit Effekten versehen kann.

Außerdem existiert ein automatischer Upload zu Picasa, der gleichzeitig die Bildgröße verkleinern kann, um das Speicherlimit nicht zu belasten (aktuell jedoch leiter auf 1600px statt auf 2048px).

Man kann nach dem Upload auch einstellen, ob man nur selber die Fotos betrachten kann, oder man teilt einen generierten Link mit seinen Freunden, die dann das Album betrachten und ggf. Bilder kommentieren können.

Fazit: Wer einen Onlinespeicher für Bilder mit maximal 3MP mit unendlichem Speicher sucht ist bei Picasa sehr gut bedient. Wer eine große Community mit regem Feedback zu seinen Fotos sucht sollte sich nach alternativen Angeboten wie Flickr & Co umsehen, muss dann aber u.U. etwas bezahlen für den benötigten Speicherplatz.

Veröffentlicht von

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

Ein Gedanke zu „Google Webanwendungen“

  1. Zitat: „extrem großer Speicherplatz (derzeit über 7GB) – man muss dazu sagen, dass Yahoo Mail unendlichen Speicherplatz bietet, jedoch die Funktionen deutlich geringer sind“

    Hmmm… wer hat schon Yahoo :-)

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