iMac Homeoffice

Blogparade „Arbeitsplatz der Zukunft“

[dropcap]I[/dropcap]ch habe vor kurzem ein Aufruf zu einer Blogparade im CeBIT-Blog gelesen, die sich den Themen Home Office und „Arbeitsplatz der Zukunft“ widmet. Da ich beruflich auch zeitweise im Home Office arbeite will ich meine Erfahrungen teilen, da mich die persönlichen Wertungen und Berichte anderer Teilnehmer ebenfalls interessieren und so durchaus einige aufschlussreiche Aspekte zusammen kommen.

Persönlich bin ich froh kein ausschließliches Arbeiten im Home Office zu betreiben. Ich bin Trainer bei einem Softwarehersteller und somit sind gewisse Präsenzzeiten zu festen Terminen im Monat unabdingbar. Die größten Probleme beim Home Office  liegen meiner Meinung nach klar in der Abwesenheit von der gelebten Firmenkultur, den aufkommenden Diskussionen – man verliert ein wenig den Überblick, als wenn man sich einfach mit dem Kollegen in der Pause oder kurz im Flur unterhält. Ein Austausch per Mail, Instant Messenger oder VOIP bzw. Telefon ersetzen nicht den direkten Draht zueinander.

Daher finde ich eine Lösung mit den üblichen Anwesenheitszeiten im Büro wichtig und notwendig und sollte nach Möglichkeit einen gesunden Mix ausmachen. Für das Home Office spricht die  größere Flexibilität keine unnötigen Reisezeiten zur Firma zu benötigen, sowie die häufig flexibleren Arbeitszeiten nach dem persönlichen Empfinden, während man im Büro meist Kernarbeitszeiten hat. Wer sich gut im Home Office organisiert und sich nicht ständig von Familie und Freunden ablenken lässt kann im seinem persönlichen Umfeld eine optimale und konzentrierte Arbeitsathmosphäre schaffen, die im Büro teilweise nur schwer zu erzielen ist durch telefonierende Kollegen oder häufige Unterbrechungen der Kollegen.

Macbook Air im Home Office

Mein Programme im Arbeitsalltag

Die verwendeten Programme bei mir sind vermutlich weit verbreitet und bekannt. Dennoch hier eine kurze Aufzählung der wichtigsten in meinem Arbeitsalltag.

  • Outlook 2010: Der MS Exchange Server stellt die komplette Kommunikationszentrale für Mail, Kalender und Aufgaben und ist somit für mich unverzichtbar (zudem ist der Zuganz über Outlook Web App auch ohne den Outlook-Client problemlos möglich)
  • Dropbox: Keine Firmengeheimnisse oder unternehmenswichtige Daten, aber häufig benötigte Präsentationsunterlagen ständig synchron mobil und am Desktop zu haben ist wichtig um immer auf dem aktuellen Stand zu sein, wenn kurzfristig ein Kundentermin ansteht
  • MS Office 2010: Typische Standardinstallation, an der man im Businessumfeld kaum vorbeikommt
  • Mozilla Firefox: Zugriff auf unsere Webapplikationen, die vollständig webbasiert sind und somit einen von überall arbeiten lassen. Wichtig zudem die integrierte Synchronisation mittels Firefox-Sync. Somit sind alle Tabs, Add-Ons, der Browserverlauf und die Lesezeichen an den verschiedenen Rechnern immer synchron.
  • Skype und Google Hangouts: Skype ist unverzichtbar für einige Firmenkontakte aus dem Ausland und vom Home Office aus deutlich günstiger als der Anruf nach Asien. Wenn es einmal mehr als ein Telefonat ins Ausland ist kommt Google Hangout ins Spiel. Dank des größeren kostenlosen Funktionsumfangs kann beispielsweise schnell der Bildschirm mit mehreren Personen geteilt werden und ein Webinar ist schnell erstellt.

Es gibt weitere Programme für Video- und Audioschnitt, jedoch werden diese eher selten benutzt. Eine Vielzahl weiterer Programme liegt bereits im Web, sei es GrafikbearbeitungMindmaps oder einen Text in Markdown erstellen. Zukünftig kommt hier immer mehr Leistung ins Web, die sich mehr wie native Programme zukünftig anfühlen werden, wie man an den Bestrebungen der Browserhersteller bereits gut erkennen kann.

Besonders wichtig sind mir bereits heutzutage die Vernetzung der bestehenden Angebote durch entsprechende Cloud-Angebote, von welchem Hersteller auch immer. Dabei sind natürlich auch Private Clouds über ownCloud oder ähnlichen Lösungen bei wichtigen Firmendaten ein vorstellbares Szenario, sofern diese einen ähnlichen Mehrwert bieten können.

Was sich privat durchsetzt wird mit einigen Sicherheitsvorkehrungen auch langfristig am Arbeitsplatz der Zukunft möglich sein müssen. Cloud-Dienste, einen Zugriff wichtiger Software über eine Weboberfläche und den Zugang mobiler Apps auf dem Smartphone oder Tablet fördern ungemein den Arbeitsfluss, da man es im Privaten immer mehr gewöhnt ist die gleichen Bedingungen vorzufinden. Vor diesem Trend werden sich die wenigsten Unternehmen langfristig verschließen können. Rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte müssen diesbezüglich natürlich beachtet werden, jedoch ist dies zumindest in den kleineren Unternehmen bis hin zum Mittelstand in absehbarer Zeit vorstellbar. Bei den großen Konzernen wird eine solche Umstellung wiedermal die längste Zeit in Anspruch nehmen.

Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Der Arbeitsplatz der Zukunft besteht in meinen Augen vorwiegend aus einem sehr portablen Arbeitsgerät, welches noch lange nicht nur das Tablet sein wird, da dort noch zu viele Restriktionen im produktiven Arbeiten herrschen, wobei man den langfristigen Trend eines Microsoft Surface, aber auch eines potentiellen Anwendungsgebietes mit Ubuntu Touch nicht unterschätzen sollte, falls sich diese Konvergenz zwischen den Geräteklassen zukünftig stärker manifestiert und den erhofften Produktivitätsgewinn erbringen kann. [pullquote-left] Das Büro wird aber nicht aussterben und alles Richtung Home Office wandern.  [/pullquote-left]

Durchsetzen wird sich aber voraussichtlich eine primäre Ausrichtung auf ultramobile Notebooks in den Unternehmen und im Privatumfeld. Eine sehr gute Akkulaufzeit und leistungsstark genug um alle Anwendungen ablaufen zu lassen sind Schlüsselkomponenten für mobiles Arbeiten von jedem Ort zu jeder gewünschten Arbeitszeit. Die meisten Desktop-Applikationen werden sich mehr und mehr in Webapplikationen wandeln oder zumindest eine Synchronisation anbieten. Dies sieht man bereits heute an den Angeboten der großen Softwarekonzerne rund um Adobe (Creative Cloud) und Microsoft (Office Web Apps). Durch den Wegfall großer stationärer Desktops kann ein Großteil der Belegschaft flexibel entscheiden an welchem Arbeitsplatz er seine anfallenden Aufgaben erledigt, wobei diese Arbeitsplätze längst nicht mehr fest zugewiesen sein müssen, solange man von überall ins Netz gelangt.

Das Büro wird aber nicht aussterben und alles Richtung Home Office wandern. Dies hat schon der überraschende Schritt von Marissa Mayer im letzten Jahr gezeigt, die das Angebot des Home Office strich um die Kultur in Yahoo besser zu fördern. Die entstandenen Produkte seitdem zeigen, dass eine zu lange Abwesenheit im Home Office teilweise lähmt, wenn man die Kommunikation vernachlässigt. Daher werden Programme zur Kommunikation, Verständigung und Kollaboration sehr wichtig bleiben – den persönlichen Kontakt können sie aber auch zukünftig für die meisten nicht ersetzen.

[quelle]Bildquelle SplitShire[/quelle]

Veröffentlicht von

Patrick Meyhöfer

Ich liebe gute Software, die auf gut funktionierender Hardware läuft. Egal ob mobil oder am Desktop-OS. Früher nutzte ich fast ausschließlich Open-Source-Software, mittlerweile ist es ein Mix zwischen Mac und Linux - beide Welten haben ihre Vorzüge.

3 Gedanken zu „Blogparade „Arbeitsplatz der Zukunft““

  1. Hallo Patrick,

    schöner Beitrag und dein Statement zum Home-Office bringt es auf den Punkt . Ich bin selber auch im Home-Office tätig und da ist Kommunikation wirklich alles. Aber das war sie schon vorher im Büro ;) Cloud Dienste sind was tolles, aber ein wenig Paranoia bezüglich seiner Daten schadet da sicher nicht. Tablets eignen sich meiner Meinung nach eigentlich nur für „schnelle Sachen“ zumindest drehe ich recht schnell durch, wenn ich auf meinem Surface einen Text verfasse ( Hab leider nur das Touch Cover und das ist für sowas einfach ungeeignet) und darüber habe ich auch schon nen Blogbeitrag unter http://blog.bueromoebel-experte.de/ratgeber/tablets-buero-und-business/ verfasst.
    Ein Gerät mit ubuntu Touch steht übrigens ganz oben auf meiner Wunschliste ;)

    1. Hi Stephan,

      ja mit Tablets kann ich produktiv nur sehr wenig anfangen. Für mich bleiben diese gute Konsumgeräte, da haben sie einige Stärken. Aber ohne Notebook bzw. festen PC könnte ich nicht tagtäglich arbeiten.

      Leider ist Canonical nicht gerade schnell mit der Wandel zu dem Smartphone, welches per Dockingstation zum PC wird, das wird wohl noch eine Weile dauern. Könnte mir aber auch vorstellen, das dann produktiv zu nutzen, wenn es gut funktioniert.

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